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Aufstand der Pfarrer und Diakone

von Thomas Seiterich vom 12.06.2012
Mehr als 170 Freiburger Geistliche erklären, die Kommunion auch an wiederverheiratete Geschiedene zu verteilen, obwohl das die katholische Kirche verbietet. Sie kämpfen für Barmherzigkeit und provozieren damit die Kirchenleitung
Dürfen die Kommunion auch wiederverheiratete Geschiedene erhalten? Viele Freiburger Pfarrer und Diakone sagen ja und widersprechen damit bewusst der offiziellen Lehre der Kirche (Foto: pa/Godong)
Dürfen die Kommunion auch wiederverheiratete Geschiedene erhalten? Viele Freiburger Pfarrer und Diakone sagen ja und widersprechen damit bewusst der offiziellen Lehre der Kirche (Foto: pa/Godong)
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Auf dem katholischen Weltfamilientreffen in Mailand hatte der 85-jährige, von Vatileaks-Skandalen im Vatikan gebeutelte Papst Benedikt XVI. vor kurzem einen besonders schwachen Auftritt: »Ja, ja, der Ausschluss der wiederverheirateten geschiedenen Katholiken von der Kommunion und der Beichte« sei »ein großes Leiden der heutigen Zeit«, sagte der Dogmatikprofessor auf dem Papstthron. Doch leider habe Rom »keine Vollmacht« und keine »Rezepte« zu einer christlichen wie menschenfreundlichen Lösung des Problems.

Diesen Offenbarungseid leistet ausgerechnet Papst Ratzinger, dem seine Zeit nicht zu schade ist, dem kleinen Grüppchen der ewiggestrigen traditionalistischen Piusbrüder mit immer neuen Interpretationen, Finten und Theologien schrittweise entgegenzukommen - egal wie antijüdisch verbohrt und wie antifreiheitlich diese Traditional

Kommentare
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Christian Weisner
29.08.201218:05
Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche begrüßt und unterstützt die verschiedenen Initiativen und Stellungnahmen von Priestergruppen und ruft alle Priester und Diakone in Deutschland dazu auf, diesem Mut machenden pastoralen Handeln zu folgen und sich weiter zu vernetzen. Die deutschen Bischöfe sollten dankbar sein, so Wir sind Kirche, dass immer mehr verantwortungsbewusste Seelsorger nicht nur tun, was pastoral geboten ist, sondern durch ihr öffentliches Auftreten auch die unglaubwürdige Diskrepanz zwischen der christlichen Botschaft von Barmherzigkeit und dem derzeitigen Kirchenrecht deutlich machen. Wenn die Barmherzigkeit gegenüber Geschieden-Wiederverheirateten nicht nur ein leeres Wort bleiben soll, müssen sich jetzt die deutschen Bischöfe in Rom für eine baldige kirchenrechtliche Lösung zumindest für ihre Diözesen einsetzen. Denn nicht der Ungehorsam der Priester ist der Skandal, sondern die Untätigkeit der Oberhirten.
Brigitte Altenberg-Greulich
29.08.201218:05
Der Papst bzw. die katholische Kirche soll keine Vollmacht haben Wiederverheiratete zur Kommunion zuzulassen. Es geht ja darum Worte aus dem Evangelium, die Jesus gesagt haben soll, so zu interpretieren, dass sie auch für unsere Zeit, gültig sind. Das wir uns das nicht einfach machen dürfen, steht außer Frage. Aber gibt es nicht genug Beispiele, bei denen auch eindeutige Worte Jesus, jetzt gar nicht mehr angewandt werden.? Zwei Beispiele fallen mir dazu ein:
1. Jesus sagt eindeutig, dass wir alle seinen Leib in den Zeichen von Brot und Wein zu uns nehmen sollen. Also beides. Wir bekommen aber nur die Hostie. Finden wir alle doch sehr vernünftig, denn wenn alle auch noch aus einem Kelch trinken...Keime etc. Aber, wir unterlaufen die Worte Christi.
2. Schwören. Jesus sagte eindeutig, wir sollen nicht schwören, sondern unser Wort sollte auch so gelten. Warum müssen dann aber Priester einen Eid schwören? Warum hält sich da die katholische Kirche nicht an die Worte Jesu?
Paul Haverkamp
29.08.201218:05
In der Silvesterpredigt 2011 formulierte der Osnabrücker Bischof Bode: "Es kommt auf eine Kultur der Barmherzigkeit an."

Meine in einem Brief an Bode formulierte Bitte, wiederverheiratet Geschiedenen und konfessionsverbundenen Ehepaaren in seinem Bistum - gemäß seinem Barmherzigkeitsbekenntnis - die Eucharistie auch offiziell zu gestatten, blieb unbeantwortet.

Das ist der Unterschied zum Mann aus Nazareth: Die Amtskirchenvertreter äußern nicht selten Worte mit hehren Absichten - bleiben jedoch kraftlos bei der Umsetzung dieser Worte. Jesus sah jedoch stets als Erstes die Notleidenden: Erst die Taten und dann die Worte! Priorität der Orthopraxie vor der Orthodoxie!

Für viele Laien und Kleriker bleibt nur der öffentliche Protest, das Bekenntnis zum offenen Ungehorsam gegenüber der Amtskirche -, um sich nicht auch des Verdachts der fehlenden Glaubwürdigkeit auszusetzen. Die Nähe zu den Menschen ist eben wichtiger als die Nähe zur Amtskirche!!!