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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2015
Das Verschwinden der Freiheit
Der Sozialpsychologe Harald Welzer über die Bedrohung durch Google ...
Der Inhalt:

»Ah! Gott kommt!«

von Gunnar Leue vom 14.05.2015
Conrad Herold reist als Zirkus- und Schaustellerseelsorger durchs Land. Er trifft Menschen, die immer auf Achse sind – und unterwegs zu Hause. Ein Gespräch über Geisterbahnen, Gottesdienste im Autoscooter und die Magie des Glaubens
Conrad Herold in Aktion: Seit er Schausteller-Seelsorger ist, hat sich sein Blick auf die Bibel geändert. Und sein Arbeitszimmer sieht jetzt auch ganz anders aus ... (Foto: pa/Wolf)
Conrad Herold in Aktion: Seit er Schausteller-Seelsorger ist, hat sich sein Blick auf die Bibel geändert. Und sein Arbeitszimmer sieht jetzt auch ganz anders aus ... (Foto: pa/Wolf)

Publik-Forum: Herr Herold, haben Sie eigentlich einen Spitznamen, Rummelpfarrer oder so?

Conrad Herold: Das nicht, aber ein Schausteller empfing mich mal mit den Worten: »Ah! Gott kommt!« Da stellte ich natürlich gleich klar, dass ich nur Bodenpersonal bin.

Sind Sie als Kind gern zur Kirmes oder zum Zirkus gegangen?

Herold: Ich bin in einer sehr dörflichen Gegend im Siegerland aufgewachsen, bei uns herrschte Sparsamkeit. Da steckt man als Kind das Geld artig in die Sparbüchse, aber einmal im Jahr erhielten wir von den Tanten und Onkels Kirmesgeld, das wir dann auch komplett ausgaben. Die Kirmes war ein absolutes Highlight, denn einen Fernseher hatten wir zu Hause nicht. Und übrigens auch kein Auto, wir waren im wahrsten Sinne sehr sesshaft.

Wie viele Kilometer schrubben Sie heute im Jahr?

Herold: Rund 40 000, quer durch Thüringen und Sachsen-Anhalt zumeist.

Hat die Faszination des Nichtsesshaften dazu beigetragen, dass Sie 2010 Schaustellerseelsorger wurden?

Herold: Ich war ja vorher 19 Jahre in einer evangelischen Gemeinde in Magdeburg tätig. Als unsere Kirchenverwaltung 2011 nach Erfurt zog und damit auch meine Frau ihren Arbeitsplatz wechselte, habe ich mir überlegt, mal etwas anderes zu machen. Als Zirkusseelsorger – die Stelle war gerade ausgeschrieben – hat man mit Jungen und Alten, Gesunden und Kranken zu tun. Es ist sehr abwechslungsreich.

Haben Außenstehende ein zu romantisches Bild vom fahrenden Volk?

Herold:

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