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Nach dem Lärm von Tag und Jahr
Endlich Stille

Gott sei ein stiller Geist, schreibt der Mystiker Gerhard Tersteegen. Warum wir Stille brauchen, um die Kräfte zu spüren, von denen unser Leben abhängt.
von Iris Wolff vom 23.12.2025
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Hören auf die Stille: Die Schriftstellerin Iris Wolff über die Welt jenseits des Lärms. (Foto: Alamy Stock Photo/ Oleg Upalyuk)
Hören auf die Stille: Die Schriftstellerin Iris Wolff über die Welt jenseits des Lärms. (Foto: Alamy Stock Photo/ Oleg Upalyuk)

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»Mein schönstes Gedicht?

Ich schrieb es nicht.

Aus tiefsten Tiefen stieg es.

Ich schwieg es.« (Mascha Kaléko)

Aus der belebten Fußgängerzone Basels sind es nur wenig Schritte in die Bäumleingasse. Der goldene Engel an der Fassade öffnet grüßend die Hände. Er stammt noch aus der Zeit, in der hier die Engel-Apotheke des Botanikers Emil Steiger zu finden war. Das Café ist in warmen Orange- und Rottönen gehalten, das Mobiliar schlicht. An den Tischen sitzen einzelne Gäste bei Tee, Kaffee und Essen. Ganz hinten, in einer gemütlichen Ecke mit Holzfußboden, schmökert ein Paar in den ausliegenden Büchern und Bildbänden. Ni

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Elke Schäfer 30.01.2026:
Selten hat mich ein Text so berührt wie dieser von Iris Wolff. Vielen Dank dafür. Und auch das vorangestellte Gedicht von Mascha Kaléko ist wunderschön. Alles, was sie sehr klar sagt, kann ich von Herzen bejahen, und mir ist sofort eine Erkenntnis eingefallen, die Laotse zugeschrieben wird: »Die größte Offenbarung ist die Stille.«

Klaus Beurle 30.01.2026:
Die tiefschürfenden Reflexionen der Lyrikerin erschließen mir ungeahnte Dimensionen der Stille – einer Stille, in der es Innen- und Außenseiten, Tiefen und Höhen gibt. Doch erst dann komme ich in die Stille, wenn ich einen Raum der Stille gefunden habe, in dem der Lärm der Straße außen vor bleibt. Dazu suche ich immer wieder die Marienkapelle auf. Dort komme ich zur Ruhe und meist auch zu mir selbst. Je mehr ich alles loslassen kann, desto mehr kann ich in mich hineinhören. Dann sprechen plötzlich wunderbare Erfahrungen zu mir, ohne Worte. Doch Stille hat auch etwas Bedrohliches, Angsterregendes an sich. Langsam nur kann ich dann Befreiendes und Erhellendes verspüren.

Alexander Neidhard 18.12.2025, 10:30 Uhr:
Innehalten, still
Staunen in Versunkenheit
Ruhen in sich selbst

Danke für einen Text, der mich sehr berührt hat

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