Ex-Staatsanwältin Anne Brorhilker
»Es war eiskalter Betrug«

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Publik-Forum: Frau Brorhilker, Sie leiteten bis 2024 als Oberstaatsanwältin in Köln die Ermittlungen zu Cum-Ex. Warum sind Sie da ausgestiegen?
Anne Brorhilker: Weil es in diesem Bereich besonders schwer ist, die Täter zur Verantwortung zu ziehen, und ich etwas an den Strukturen ändern wollte, die dafür verantwortlich sind.
Warum ist das so schwierig?
Brorhilker: Während auf der einen Seite eine gut ausgerüstete Finanzbranche am Werk ist, sind Verwaltung und Behörden bei Wirtschaftskriminalität besonders schwach aufgestellt. Dieses fatale Ungleichgewicht führt oft dazu, dass die Behörden schnell einknicken und Verfahren gegen kleine Geldbußen einstellen. Eigentlich sollten die Behör
Anne Brorhilker ist Juristin und war mehr als zwei Jahrzehnte in der Kölner Staatsanwaltschaft tätig. Im April 2024 wechselte sie zur Bürgerbewegung »Finanzwende«. Ihr Buch »Cum/Ex, Milliarden und Moral« ist im Heyne-Verlag erschienen.
Das Gespräch ist die redigierte Fassung eines Online-Talks in der Reihe »Kesslers Wirtschaft«, organisiert von der Katholischen Erwachsenenbildung Frankfurt.




Klemens Hofmann 30.01.2026:
Bei einem Sozialmissbrauch von 5 Milliarden Euro geht der Staat mit harten Bandagen gegen die Sozialbetrüger vor. In diesem Zusammenhang werden dann auch die Sozialgesetze verschärft. Mit dem Geld aus dem Sozialbereich soll der Bundeshaushalt saniert werden. Bei einem Steuermissbrauch von 40 Milliarden Euro – zum Beispiel durch Cum-Cum- und Cum-Ex-Geschäfte – drückt der Staat allerdings beide Augen zu. Das liegt an der starken Finanzlobby. Es liegt aber auch daran, dass diese Lobbyisten im Bundestag auf Menschen treffen, die sich in der Regel nicht ums tägliche Brot sorgen müssen. Bundeskanzler Friedrich Merz zum Beispiel ist Millionär. Sozialverbände dagegen haben keine starke Lobby. Denn wo das Geld fehlt, fehlt auch die Macht, überzeugen zu können.