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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2019
Respekt. Vertrauen. Versöhnung
Was der Mensch zum Leben braucht
Der Inhalt:

»Nicht nur hoffen, sondern tun!«

von Annette Lübbers vom 20.12.2019
Der Student Jonathan Gut engagiert sich für die Interessen der künftigen Generation

Als Teenager war ich politisch interessiert, aber nicht aktiv. Bis ich immer stärker gemerkt habe, dass wir angesichts der großen Probleme unserer Welt handeln müssen. Eine gute Zukunft für alle gelingt nur, wenn wir alle zusammenarbeiten. Und ich habe gelernt: Ich lebe privilegiert. Das muss ich nutzen. Kurz nach dem Abitur habe ich mich dann den Grünen angeschlossen. Aber erst, als ich die Generationen Stiftung kennengelernt habe, habe ich so richtig Feuer gefangen und wurde Mitglied in deren Jugendrat. Die Stiftung versteht sich als Interessenvertretung der kommenden Generationen.

Claudia Langer, die Gründerin der Stiftung, schlug dem Jugendrat vor, ein Buch zu schreiben, in dem wir Jungen klarmachen, dass wir es ungerecht finden, dass wir bei politischen Entscheidungen nicht mitreden dürfen, obwohl wir es sind, die die Konsequenzen heutiger Entscheidungen und Nicht-Entscheidungen tragen müssen. Erst dachten die anderen und ich: Das geht nicht. Zu schwierig. Zu aufwändig. Und dann haben wir – acht Autorinnen und Autoren – es doch gemacht. Nun ist das Buch »Ihr habt keinen Plan!« schon auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Drei Monate haben wir recherchiert, mit Experten diskutiert, geschrieben und überarbeitet. Ich habe mich vorrangig mit Klimakrise, Ökologie und Digitalisierung beschäftigt. Das Buch ist auch eine Art Abrechnung mit den »Alten«. Mit denen, die heute Verantwortung tragen, ihr aber nicht gerecht werden.

Die Botschaft an alle lautet: »Gut« ist nicht gleich »mehr«. Für diesen Bewusstseinswandel brauchen wir Junge und Alte gleichermaßen. Deshalb ist die Haltung wichtiger als das Alter. Ich selbst esse vegetarisch, fahre Zug und bin noch nie geflogen. Mindestens genauso wichtig ist aber das politische Engagement, auf Demos, in Parteien oder Initiativen.

Manche werfen uns Panikmache vor. Aber die Fakten geben uns recht. Wir können nicht mehr hoffen, dass die Welt, so wie wir sie kennen, überleben wird. Dafür gibt es zu viele Baustellen: Klimakrise und Ökozid, ein Wirtschaftssystem mit einer katastrophalen sozialen und ökologischen Bilanz, Generationen-Ungerechtigkeit, Altersarmut, digitale Umbrüche, eine Bildung, die zu viele zurücklässt, Menschenrechte, die missachtet werden, und vieles mehr.

Um das zu verändern, br

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