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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2017
Was Menschen wirklich brauchen
Ein Gespräch mit dem Soziologen Hartmut Rosa über die Sehnsucht nach Resonanz
Der Inhalt:

»Das war richtig befreiend«

Was Menschen tun, die ein Jahr lang ein bedingungsloses Grundkeinkommen erhalten. Vier Erfahrungen

Maria Haberth hat ihrer Familie vom Grundeinkommen eine Reise ins Disneyland Paris spendiert. Dieses Ziel war bislang finanziell nicht drin. Außerdem investiert die Berliner Sozialarbeiterin das Geld in eine zweijährige Fortbildung in Familientherapie. Die hat sie im November begonnen. Da die Familie jeden Cent zweimal umdreht, hätte sie die sich sonst nicht leisten können. »Als ich hörte, dass ich das Grundeinkommen gewonnen habe, fiel mir ein Stein vom Herzen«, sagt Haberth, die in Wirklichkeit anders heißt. Sie sei dankbar dafür, dass völlig fremde Menschen ihr zutrauen, über eine solche Summe verantwortungsvoll zu entscheiden.

Ein Grundeinkommen gewinnen? Das sozialpolitische Instrument, an dem sich die Geister scheiden, wurde in Deutschland bislang nicht eingeführt. Doch der Berliner Verein Mein Grundeinkommen hatte die Idee, über Crowdfunding Geld einzuwerben. Sobald jeweils 12 000 Euro zusammengekommen sind, wird eine Person ausgelost, die zwölf Monate lang 1000 Euro im Monat erhält. Bewerben kann sich jeder. Zwar werden die Interessenten dazu angehalten, auf der Webseite des Vereins zu beschreiben, wofür sie das Geld ausgeben würden. Ob ihre Idee anderen gefällt, ist jedoch nicht entscheidend. Und die Auszahlung ist an keinerlei Bedingungen geknüpft.

Bislang haben 132 Menschen ein solches Grundeinkommen gewonnen. Maria Haberth erhält es seit Juni 2017. Wesentlich mehr Menschen haben für die Idee gespendet – teils zehn Euro, teils größere Beträge. Auch Haberth. Wie andere Spender auch wünscht sich die Mittdreißigerin, dass das staatliche Grundeinkommen eingeführt wird. 800 bis 1000 Euro hält sie für angemessen. »Aufgrund der technischen Ent