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»Wir kämpfen gegen den Tod«

Theologin Ulrike Purrer Guardado ist Friedensarbeiterin in Tumaco im Wilden Westen Kolumbiens
von Thomas Seiterich vom 18.12.2015
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Wir wohnen im Viertel so dicht an dicht, dass ich es nachts höre, wenn mein Nachbar schnarcht«, sagt die evangelische Theologin Ulrike Purrer Guardado. Sie lacht, doch sie erzählt von einem harten, von Gewalt geprägten Leben. »Nuevo Milenio« heißt ihr Quartier. In rund 1500 Bretterhäuschen, von denen viele auf Stelzen im verschmutzten Wasser stehen, leben etwa 10 000 Menschen. »Knapp drei Viertel hier sind Flüchtlinge, der Krieg hat sie aus ihren Dörfern in die Stadt vertrieben.« Das sind die Rahmenbedingungen, unter denen die 39-Jährige die Jugendarbeit des Bistums Tumaco managt. Purrer ist sehr dynamisch: eine attraktive Frau in T-Shirt und Jeans, von ansteckender Fröhlichkeit. Als Weiße fällt sie auf in der afrokolumbianischen schwarzen Umgebung. Da sie für die dank ihres sozialen Engagements hoch angesehene katholische Kirche arbeitet, ist Uli Purrer die einzige ausländische Weiße, der die örtlichen Machthaber gestatten, Tag und Nacht im Viertel zu sein. Alle übrigen ausländischen Mitarbeiter internationaler Hilfswerke müssen vor Einbrechen der Tropennacht das Viertel verlassen. Ihre Arbeitgeber haben gesicherte Häuser an der Hauptstraße der 80 000-Einwohner-Stadt für sie angemietet.

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