»Gefährliche Symbolaktion«
Es ist ein wenig wie in einem wogenden Meer. Touristen strömen an diesem Abend zum Brandenburger Tor. Die Teilnehmer einer Kundgebung, die hier gerade zu Ende gegangen ist, kommen ihnen entgegen. Auch der 30-jährige Johann Saudhof und die 29-jährige Julietta Salevski sind darunter, Hand in Hand bahnen sie sich den Weg. Nicht demonstrativ, eher vorsichtig hält der junge Programmierer ein Schild hoch. Kein großes, aber unübersehbar. »Waffenexporte stoppen statt Kriege führen« steht darauf. Als er von der Kundgebung gegen den Syrieneinsatz gehört habe, habe er das schnell gefertigt. »Genau darauf kommt es doch an«, sagt er. Vor allem die, die nicht bei der Kundgebung dabei waren, sollen es lesen. Nein, sagt er, Angst vor dem geplanten Syrien-Einsatz der Bundeswehr habe er nicht. Der mache ihn »einfach nur sauer«. »Angst ist doch okay«, sagt nachdenklich seine Freundin Julietta und zieht die bunte Wollmütze tiefer. »Wir dürfen uns nur nicht von ihr beherrschen lassen.« Sauer sei sie vor allem über das »Affentempo, mit der die Entscheidung jetzt durch das Parlament gejagt wird«.
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