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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2011
Tanz für die Liebe
Weihnachten: Gott kommt in jedem Menschen zur Welt
Der Inhalt:

Abenteuer im Optionsstress

von Michael Hollenbach vom 04.05.2012
Da das Glaubenswissen schwindet, setzt die evangelische Kirche jetzt gezielt auf Glaubenskurse. Zum Beispiel in Hannover. Erfahrungen und Eindrücke

Schön, dass Sie sich auf den Weg gemacht haben, ein großes Abenteuer erwartet uns.« Pastor Peter Gundlack begrüßt rund zwanzig Neugierige, die an diesem Abend zum Glaubenskurs »Emmaus« in die hannoversche Nordstädter-Kirchengemeinde gekommen sind. »Wir wollen die Abende jeweils mit einem Essen beginnen«, sagt Gundlack, »es wird jede Woche eine Überraschung sein, was es gibt.«

Das Essen – Graubrot, Wurst und Käse – steht bereits auf den Tischen, aber die angekündigte Livemusik des Jugendchores muss ausfallen. »Aus der Not kann man eine Tugend machen, indem wir selber singen«, sagt der Pastor, der in dem Info-Flyer zu den »Emmaus-Abenden« nicht nur auf sein Alter (47) hinweist, sondern auch auf die Anzahl seiner Kinder (9). Mit dem Schnipsen seiner Finger gibt er den Takt vor, dann stimmt er an: »Thank you, Lord, for giving us food …«. Nicht alle mögen mitsingen; für mache kommt das gesungene Dankgebet einfach zu früh.

So wie die hannoversche Nordstadtgemeinde bieten inzwischen viele Kirchengemeinden Glaubenskurse an. Einer der Pioniere dieser Kurse ist der Osnabrücker Landessuperintendent Burghard Krause. Der evangelische Regionalbischof hat bereits vor 15 Jahren mit Glaubenskursen für Erwachsene begonnen – zu einer Zeit, als seine Pfarrerskolleginnen und -kollegen das Thema eher mit spitzen Fingern anfassten: »Manchmal wurde man verdächtigt, nur einer bestimmten Frömmigkeitsprägung das Wort zu reden.«

Ein Verdacht, der nicht ganz unbegründet ist. Denn lange Zeit waren es die Freikirchen und die Missionarischen Dienste der Landeskirchen, in denen oft die Pietisten und Evangelikalen den Ton angaben, die – so einer der Vorwürfe – die »Menschen mit schlichten Botschaften vereinnahmen« wollten.

Von Alpha bis Emmaus.Doch was lange am frommen Rand der Protestanten eher ein Nischendasein pflegte, ist mittlerweile im Mainstream angekommen, vermerkt Burghard Krause. Inzwischen habe die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) mit dem Projekt »Erwachsen glauben« diese Elementarverkündigung neu entdeckt und wolle sie fördern. Das Projekt lässt sich die EKD mit einem Kinospot, einer eigenen Website und einem an die Pfarrämter versandten Handbuch 1,3 Millionen Euro kosten. Ein Teil der Kosten wird von der Heinz-Horst

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