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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2018
Letzte Zuflucht
Die Christen und der Staat: Das Ringen ums Kirchenasyl
Der Inhalt:

Protest für mehr Ökumene

Bischof gegen gemeinsame Kommunion. Schweigemarsch in Ravensburg

Ökumene-Fest abgeblasen: Statt der geplanten großen, öffentlichen Feier zum ersten Geburtstag der Ravensburger Erklärung gab es dort Ende Oktober einen spontanen Protestgang für mehr Ökumene. Die Ravensburger Erklärung war vor einem Jahr von der katholischen und der evangelischen Kirche in Ravensburg und vielen hundert Christen unterzeichnet worden. Sie sah vor, dass alle Christen gemeinsam zu Kommunion und Abendmahl gehen können. Der katholische Stadtpfarrer Hermann Riedle musste die Erklärung aber nach einem Gespräch mit Bischof Gebhard Fürst zurücknehmen. Dieser hatte auf das Kirchenrecht verwiesen, das nur in Notfällen und Einzelfällen Protestanten zur Eucharistie zulässt.

Mit Kerzen in den Händen zogen deshalb rund 200 Christen beider Konfessionen spontan schweigend von der evangelischen Stadtkirche zur katholischen Liebfrauenkirche und protestierten so gegen den Widerruf der Erklärung und das Verbot der Eucharistie- und Abendmahlsgemeinschaft.

Damit abfinden wollen sich die ökumenisch Engagierten in Ravensburg nicht. Isolde Leopold vom Arbeitskreis »Kirche lädt ein« sagt: »Wir wollen für die Ökumene einstehen, aufmerksam machen und unbequem sein.« Vor allem will man sich die Ravensburger Erklärung nicht nehmen lassen. Die hatte bundesweit Beachtung gefunden und galt als ein Wegbereiter der Ökumene.

Nun hagelt es Proteste. Der evangelische Dekan Friedrich Langsam sagte: »Wir sehen durch das harte Verbot durch Bischof Fürst und das Bischöfliche Ordinariat einen Rückschritt in der Annäherung der Kirchen. Der Ravensburger Oberbürgermeister Daniel Rapp, der die Erklärung mitunterzeichnet hat, findet die Entwicklung »in hohem Maße ärgerlich«