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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2015
Mission Weltrettung
Was die Religionen zum Klimaschutz beitragen können
Der Inhalt:

Vorbild Abraham?

vom 04.12.2015

Der Bericht über ein interreligiöses Symposion über Abraham in Publik-Forum 21/2015 hat ein großes Leserecho ausgelöst. Wir dokumentieren in Auszügen

Glaube & Gehorsam: Der Streit um Abraham dreht sich vor allem um die Frage, worin sein Gehorsam bzw. Ungehorsam besteht und wie man seine »Glaubensprobe« verstehen kann. Die Abrahamsgeschichte ist ein zentraler Text in allen drei monotheistischen Religionen, sodass diese auch als »abrahamitische« bezeichnet werden (vgl. Publik-Forum 21/2015, Seite 32).

Ich möchte an den Alttestamentler Rudolf Kilian erinnern, der mit seiner historisch-kritischen Analyse eine gänzlich andere Sicht auf die Opferungsgeschichte vorgelegt hat (nachzulesen in: »Bibel und Kirche« 1986, Seite 98-104). Es handele sich um eine Erzählung zur Begründung eines Kultes, zur Erklärung eines Ortsnamens und um ein sogenanntes Auslöse-Opfer (»Tier statt Mensch«). Als der alte Kultort in Vergessenheit geriet, löste sich die Geschichte von ihrem ursprünglichen Haftpunkt. Der Überlieferungsstoff wurde weiterhin tradiert, nun aber völlig anders verstanden. In den Mittelpunkt trat jetzt das allgemein menschliche Interesse am Schicksal des unschuldigen Kindes und am Schicksal des unglückseligen Vaters und seines bewundernswerten Glaubens. Insofern hat die Abrahams-Erzählung eine höchst bedenkliche Wirkungsgeschichte für das Gottesbild vieler Menschen entwickelt. Und sie entwickelt sie noch immer, sofern sie weiter im traditionellen Sinn ausgelegt wird. So bleibt die Frage: Durfte diese Geschichte – auch wenn sie gute Absichten verfolgt und einer heilsamen »Gottespädagogik« dienen soll – überhaupt in die »Heilige Schrift« aufgenommen werden? Norbert Scholl, Wilhelmsfeld

Das Besondere an Genesis 22 ist, dass es in dem Text zwei Gottesnamen gibt: Elohim und Jahwe. Elohim, die Gottheit, fordert das Opfer. Jahwe widerspricht dem. Jahwe ist der den Menschen zugewandte Gott, Elohim in diesem Fall die abstrakte Gottheit, das göttliche Prinzip. Luther übersetzt Jahwe mit Herr. Das ist aus meiner Sicht nicht überzeugend. Der hebräische Urtext macht alles viel deutlicher. Joachim Koppehl, Publik-Forum online

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