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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2020
»Ich habe Nein gesagt«
Missbrauch in der Kirche – Frauen brechen ihr Schweigen
Der Inhalt:
Lyrik nach der Shoa

»Soviel zu segnende Asche«

von Lydia Koelle vom 23.11.2020
Seine Gedichte sind beeindruckende Gedenkorte für die Opfer des Holocausts. Doch es dauerte lange, bis sie im Nachkriegsdeutschland als solche anerkannt wurden. Zum 100. Geburtstag von Paul Celan
Dichter und Jude: Paul Celan (Foto: ullstein bild/Heinz Köster)
Dichter und Jude: Paul Celan (Foto: ullstein bild/Heinz Köster)

Der Tod ist ein Meister aus Deutschland.« Dieser viel zitierte Satz stammt von Paul Celan, aus seinem berühmten Gedicht »Todesfuge«. Er schrieb es vermutlich schon 1945, unmittelbar nach der Ermordung seiner Eltern. Es ist eines der frühesten literarischen Zeugnisse der Shoah. Die »Todesfuge«, die heute so oft bei Gedenkfeiern vorgetragen wird, war zunächst ein umstrittenes Gedicht. Celan wurde vorgeworfen, zu schön vom Schrecklichen zu reden. Das literarische Urteil seiner Zeitgenossen traf ihn tief, denn für ihn war dieses Gedicht »eine Grabschrift und ein Grab«: »Auch meine Mutter hat nur dieses Grab«, schrieb Celan Ende 1959 an Ingeborg Bachmann.

In einer Zeit des Vergessens insistierte Paul Celan darauf, der Toten der Shoah zu gedenken. Er schrieb im Bewusstsein des Zeugnis-Charakters seiner Dichtung. Damit ist er nicht nur einer der bedeu

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