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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2018
Gott, mein Therapeut
Religion stärkt. Aber warum?
Der Inhalt:

Niemand wird im Stich gelassen

Die preisgekrönte Elisabeth-Selbert-Berufsschule in Hameln macht vor, wie individuelle Förderung geht

Es sind oft die Toiletten, die still, aber deutlich zeigen, wie es in einer Schule zugeht. Wenn Sara Khaleel, 19 Jahre alte Schülerin an der Elisabeth-Selbert-Schule im niedersächsischen Hameln, in der Pause dort hingeht, betritt sie einfache und saubere Sanitärräume. Keine Krakeleien an den Wänden, keine demolierten Seifenspender oder Türklinken. Offensichtlich hat es an dieser Schule niemand nötig, sich in unbeobachteten Momenten mit Gewalt auszuagieren. Vieles an dieser Berufsschule mit knapp 2000 Schülern läuft anders und besser als anderswo. Wertschätzung, intensive Förderung und klares, oft mutiges Handeln prägen ihr Klima. Schüler, die an anderen Schulen gescheitert waren, erzielen dort oft erstaunliche Erfolge.

Der Schüler Umar Schabasow, geboren in Tschetschenien, wechselte an die Elisabeth-Selbert-Schule, als er es an seinem Gymnasium nicht mehr aushielt. Dort war er gemobbt geworden. Als er Lehrer um Hilfe bat, wiegelten die ab und meinten, er solle die rassistischen Angriffe nicht ernst nehmen. An der Elisabeth-Selbert-Schule wäre das nicht passiert, da ist er sich sicher: »Die Lehrer hier lassen die Schüler nicht im Stich.« Bald wird der schmale, blonde Schüler Abitur machen. »Das Besondere hier ist, dass die Schüler aus so vielen verschiedenen Kulturen und Nationen alle miteinander klarkommen«, sagt Umar Schabasow. Mitschülerin Jamie Lee Röpke, eine junge Frau mit offenem Blick und gewinnendem Lächeln, pflichtet ihm bei: »Die Lehrer hier sehen uns als Mensch. Sie sprechen dich an, wenn sie sehen, dass es dir schlecht geht.«

Die Schüler kommen aus 34 Nationen und sind zwischen 15 und 25 Jahren alt. Im vergangenen Jahr wurde die Berufsschule mit dem