Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2017
Der große Schwund
Warum so viele Insekten und Vögel sterben
Der Inhalt:

Von einer, die auszog, sich zu streiten

Die Britin Laurie Penny gilt als Ikone des jungen Feminismus. In Deutschland stellt sie ihr Buch »Bitch Doktrin« vor

Die Lesung im Mainzer Kulturclub schonschön ist seit Tagen ausverkauft. Auf den Bänken, an der Theke, ja bis auf die Treppe drängen sich junge Frauen mit Dutt und bunten Kleidern, ältere Frauen mit kurzen Haaren und Funktionsjacken und vereinzelt junge Männer in Strickpullis. So richtig erklären kann sich Laurie Penny, laut Selbstbeschreibung eine »kleine, schüchterne, britische Verrückte«, ihren großen Erfolg in Deutschland auch nicht, wo die 31-Jährige als Gesicht des jungen Feminismus gilt. »Vielleicht lassen sich Leute auf Missstände lieber von jemandem hinweisen, der von außen kommt. In London kennt mich kein Mensch.« Das ist wahrscheinlich Understatement, denn immerhin schreibt sie regelmäßig für große britische Zeitungen.

Eingefleischte Feministinnen sind mitunter ebenso verwundert wie Penny selbst, dass sie zu einer so populären feministischen Stimme wurde. Mal trägt sie provokativ krude Ideen vor, wie technische Alternativen zur Schwangerschaft, mal klassische linksfeministische Forderungen, wie Bezahlung von Sorgearbeit durch Grundeinkommen. Dabei sagt sie eigentlich nichts anderes als schon viele Denkerinnen vor ihr. Allein: Dass schon einmal jemand Sexismus auf den Grund gegangen ist, hat ihn ja offenbar nicht aus der Welt geschafft, wie die aktuelle Debatte zeigt, die unter dem Schlagwort #MeToo im Internet ihren Anfang fand (siehe Kasten).

Radikal und unverblümt

Pennys Karriere als »Pop-Feministin« fing ebenfalls im Internet an. Souverän bespielt sie die sozialen Netzwerke und tobt sich in Blogs aus – in einem radikal unverblümten, witzigen und selbstironischen Stil, der