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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2017
Der große Schwund
Warum so viele Insekten und Vögel sterben
Der Inhalt:

#MeToo: Sexismusdebatten im Netz

Unter dem Schlagwort #MeToo wird derzeit in den sozialen Medien und auch darüber hinaus heftig debattiert. Die Schauspielerin Alyssa Milano rief Frauen auf, unter diesem Hashtag von ihren Erfahrungen mit sexueller Belästigung zu berichten. »Me Too« heißt auf Deutsch »ich auch«. Milano veröffentlichte den Tweet, nachdem mehrere Frauen öffentlich dem US-Filmproduzenten Harvey Weinstein vorgeworfen hatten, sie sexuell belästigt zu haben.

Das ungeheure Ausmaß schlug Wellen. Es meldeten sich weitere Frauen und einige Männer zu Wort und klagten nicht nur Schauspieler wie Kevin Spacey an, sondern auch Politiker. Je mehr Vorfälle ans Licht kamen, desto stärker wuchs auch die Skepsis: Frauen seien zu empfindlich, hieß es etwa. Und Frauen, die jetzt erst etwas sagten, seien unglaubwürdig oder würden die Debatte nutzen, um »Alltagsrechnungen« zu begleichen. Andere befürchten als Konsequenz einen verklemmten Umgang mit Sexualität. Wieder andere kritisieren, mit dem Bekenntnis »me too« würden nur die Opfer stigmatisiert. Einige Männer beichteten darauf unter #Ihave von ihnen verübte Übergriffe, deren sie sich erst später bewusst wurden.

Der Hashtag #MeToo ist nicht der erste, der Sexismus und sexualisierte Gewalt thematisiert. Anfang 2013 lösten Netzfeministinnen durch den #Aufschrei die Debatte mit aus. Viele berichteten über Alltagssexismus. Nach den sexuellen Übergriffen in der Silversternacht 2016 und nachfolgendem pauschalem Hass auf Migranten und Flüchtlinge folgte der Hashtag #Ausnahmslos. Er begann mit einer Erklärung von Feministinnen, Sexismus und Rassismus müssten zusammen bekämpft und