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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2015
Der Inhalt:

Kapitulation vor der Angst

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 20.11.2015
Weltweit werden neue Mauern hochgezogen. Auch in den Köpfen. Nach Paris wird es noch schwerer sein, sie wieder einzureißen

»Tear down this wall!« Für viele Menschen bleibt der berühmte Ausspruch von US-Präsident Ronald Reagan vom 12. Juni 1987 an der Berliner Mauer ein unvergesslicher Moment. Einer mit Gänsehaut-Gefühl. Denn die Mauer ist weg. Unsere zumindest. Doch während es zu Zeiten des Kalten Krieges »nur« 16 Sperranlagen weltweit gab, sind es heute mindestens 65 – Tendenz steigend.

Einige Beispiele: In Saudi-Arabien riegelt ein 900 Kilometer langer Zaun die Grenze zum Irak ab. In Indien bewachen rund 50 000 Soldaten die längste Grenzbefestigung der Welt: 4000 Kilometer Stacheldrahtzaun zu Bangladesch. Israel mauert Gaza ein und hat eine Sperranlage zum Westjordanland. Die USA versuchen, mit dem »Schutzwall« an ihrer Südgrenze Mexikaner von der Einreise abzuhalten. An der Grenze zwischen Nord- und Südkorea verläuft ein Zaun, gesichert mit Stacheldraht,

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