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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2015
Der Inhalt:

»Er versprach nichts, tat aber alles«

von Friedrich Schorlemmer vom 20.11.2015
Persönliche Erinnerungen an Helmut Schmidt – aus ostdeutscher Perspektive

Helmut Schmidt war auch für uns Eingemauerte da! Der Westen schreibt in den Nachrufen seine Geschichte wieder einmal ohne uns. Ein einziges Foto aus Güstrow, wo er sich am 13. Dezember 1981 mit Erich Honecker traf, scheint zu bleiben – der ausgestreckte Arm Honeckers mit Fellmütze, der Schmidts Hand aus dem in den Westen abfahrenden Zug ergreift.

Wie in Güstrow hatte sich die DDR-Macht noch nie öffentlich so entblößt, als sie Hundertschaften von Stasi und Militär dorthin beordert hatte. Sie wies die Güstrower an, nicht auf die Straße zu gehen und kein Fenster zu öffnen. Die SED wollte nicht wieder Begeisterungsstürme sehen wie 1970 bei Brandt in Erfurt: »Willy Brandt ans Fenster!« In Güstrow durfte niemand an sein Fenster treten. Güstrow war zu einer Stasi-Geisterstadt geworden.

Schmidt hatte den Bildhauer Ernst Barlach

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