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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2014
Bildung statt Bologna!
Was die europäische Studienreform angerichtet hat
Der Inhalt:

Bologna: »Kritik alleine reicht mir nicht«

Eine persönliche Replik auf die Kritik an der Studienreform

Die Bologna-Reform hat viele Schwächen, zweifelsohne. Verallgemeinerungen jedoch gehen mir auf die Nerven. Es ist leicht, auf »Bologna« herumzuhacken – richtig aber ist es nicht. Stattdessen sollte sehr genau nach den unterschiedlichen Studiengängen differenziert werden.

Ich saß vor wenigen Jahren selbst noch in Hörsälen: An der Universität Passau habe ich European Studies studiert, eine Mischung aus Politikwissenschaft und Kulturwissenschaften. Ein Bachelor-Studiengang. Muss ich mich deswegen schämen? Sind aus meinen Kommilitonen und mir ungebildete, einheitlich denkende Wesen geworden? Mitnichten.

Erstens: Mein Studium war nicht extrem verschult. Wir hatten Wahlfreiheiten, und zwar jedes Semester aufs Neue. Einen fertigen Stundenplan gab es nicht.

Zweitens: Sechs Semester sind kurz für ein Studium, doch das ist nur die Regelstudienzeit. Wie viele meiner Kommilitonen habe auch ich die Chance ergriffen, ein Erasmus-Semester im Ausland zu verbringen, ein Praktikum zu machen, mich anderweitig zu bilden.

Drittens: Standardisiertes Wissen, das zu Semesterende in Klausuren abgefragt wird, macht nicht den Großteil eines Bachelor-Studiums aus. Ich habe sehr viel mehr Hausarbeiten geschrieben, in denen eigenständiges Denken gefragt war.

Viertens: An meiner Universität gab es ein exzellentes Sprachenzentrum sowie ein Zentrum für Schlüsselqualifikationen, in dem Kurse zu Rhetorik, Projektmanagement und vielem mehr angeboten wurden. Creditpoints gab es dafür keine. Die Kurse waren dennoch ausgebucht.

Fünftens: Eine »Auseinandersetzung mit der Welt« findet nicht nur in Uni-Veranst