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Viele gehen langsam kaputt

In Berlin sind von 1000 Einwohnern 200 auf staatliche Hilfe angewiesen. Die Arbeitslosenquote liegt in der Hauptstadt bei 14 Prozent, die höchste in ganz Deutschland. Immer mehr Menschen fühlen sich ausgegrenzt. Sie sind arm und ohne Hoffnung
von Monika Herrmann vom 04.05.2012
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Jeden Dienstag zieht Jana mit Einkaufsbeuteln los. Ihr Ziel: die Kirche der Paulus-Gemeinde im Berliner Stadtteil Tempelhof. Nicht zum Beten geht Jana in das interessante, in Rundform erbaute evangelische Gotteshaus, sondern weil hier Lebensmittel für Arme verteilt werden. Für Menschen wie Jana, seit drei Jahren ohne Job und auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen. Jana muss mit 359 Euro im Monat auskommen. »Ich komm nicht über die Runden«, sagt sie und deshalb kommt sie in die Kirche. »Anfangs habe ich mich geschämt, kam mir vor wie eine Bettlerin«, bekennt sie. Zusammen mit anderen Armen aus dem Kiez wartet die gelernte Bürokauffrau im Vorraum der Kirche, bis sie aufgerufen wird. Die Kirche haben freiwillige Helfer in eine Art Supermarkt verwandelt. Viel frisches Gemüse und Obst, Kartoffeln, Brot, Brötchen, Margarine, eingeschweißter Käse und Wurst, Mehl, Zucker, Konserven und auch Süßigkeiten liegen auf den langen Tischen. Tags zuvor haben die Helfer Geschäfte und Supermärkte abgefahren und alles eingesammelt, was dort nicht mehr verkauft wird. Rund 170 Arme bitten Woche für Woche in der Tempelhofer Kirche um Lebensmittel.

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Schlagwörter: Armut Berlin Kirche
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