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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2011
Die Lust am Selberdenken
Der Inhalt:

Heldenim Schatten

Whistleblower verteidigen die Menschenrechte und sagen unbequeme Wahrheiten, die andere um jeden Preis verschweigen wollen

Nachfolgender Text ist ein Auszug aus einem Interview, das der Schriftsteller und Journalist Claus Peter Lieckfeld mit Antje Bultmann führte, die seit 1994 Whistleblower berät, vernetzt und ihre Fälle veröffentlicht. Vollständig ist das Gespräch in dem Buch »Helden im Schatten der Gesellschaft. Zivilcourage und Whistleblowing« nachzulesen.

Was ist ein Whistleblower?

Antje Bultmann:Ein Whistleblower – das besagt die bildhafte englische Namensgebung – ist jemand, der die Warnpfeife bläst, jemand, der Alarm schlägt.

Also zum Beispiel ein Mann von der städtischen Aufsichtsbehörde, der Schlittschuhfahrer davor warnt, einen Teich mit zu dünnem Eis zu betreten, ist ein Whistleblower?

Antje Bultmann:Nein. Es muss etwas Entscheidendes dazukommen: Es geht um Nachrichten, um sehr unbequeme meistens, bei denen es verdammt viel Mut erfordert, sie an die Öffentlichkeit zu bringen.

Mut, weil es starke Kräfte gibt, die nicht wollen, dass etwas an die Öffentlichkeit kommt?

Antje Bultmann:Richtig. Whistleblower sagen etwas, das gesagt werden muss. Und dabei handelt es sich in aller Regel um Dinge, die andere fast um jeden Preis unter der Decke halten wollen. Wer trotzdem die Warnpfeife bläst, legt sich mit mächtigen Firmen, Behörden usw. an, was auch tragisch enden kann.

Whistleblower können nur Menschen sein, die eine Mission haben …

Antje Bultmann:Ich denke, man darf hier ein Wort riskieren, mit dem man ansonsten sehr vorsichtig sein soll: Helden. Sie sind Helden unserer Zivilgesellschaft. Es sind