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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2011
Die Lust am Selberdenken
Der Inhalt:

Bradley Manning

Verschwunden im Militärgefängnis

Im Mai 2010 hatte Bradley Manning, Obergefreiter der US-Streitkräfte, »streng vertrauliches« Videomaterial und angeblich hunderttausend US-Depeschen über Afghanistan, Guantánamo, den Irak und andere brisante Themen der Enthüller-Organisation Wikileaks zugespielt, die einen großen Teil davon im Internet und in ausgewählten Zeitungen veröffentlichte. Ende Mai 2010 wurde Manning festgenommen und in ein Militärgefängnis gesteckt. Ein Hacker, Adrian Lamo, der sich als angeblicher »Freund« von Manning ausgab, hatte ihn an die CIA verraten. Manning hatte Zugang gehabt zu dem Secret Internet Router Protocol Network (Sirpnet) für diplomatische und militärische Verschlusssachen sowie dem Joint Worldwide Intelligence Communication System, das als »top secret« eingestuftes Material speichert.

Besonderes Entsetzen löste das Video »Collateral Murder« aus dem Jahr 2007 aus, das sich rund um den Globus wie ein Lauffeuer verbreitete. Es zeigt, mit welch abgrundtiefem Zynismus US-Soldaten in Bagdad aus einem Helikopter heraus Zivilisten erschießen. Dabei kamen zwölf Menschen um. Die Todesschützen blieben unbehelligt.

In einem offenen Brief forderten Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und renommierte Unterstützer von Manning, seine unmenschlichen Haftbedingungen aufzuheben. Manning, der Whistleblower, musste viele Stunden nackt in seiner Zelle ausharren. »23 Stunden täglich musste er in seiner Einzelzelle verbringen, unterliegt Schlafbeschränkungen und wird alle fünf Minuten von einem Wächter angesprochen«, schrieb Amnesty. Das war Folter. Inzwischen wurden die Haftbedingungen erleichtert. I