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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2017
Reformationsjubiläum: Was bleibt?
Ein Streitgespräch zwischen Thies Gundlach, Margot Käßmann und Dorothea Wendebourg
Der Inhalt:

Krieg und Terror

Flüchtlinge fliehen vor Krieg und Gewalt. Eine neue Rüstungsindustrie verdient an Krieg und Abschottung

Botschafter des Unglücks« hat der Umweltexperte und Politiker Klaus Töpfer die Flüchtlinge, die herkommen, genannt. Sie sind in den allermeisten Fällen Botschafter von Bomben und Krieg. Denn die meisten Flüchtlinge, die in Deutschland Asyl beantragen, kommen aus Syrien, dem Irak und aus Afghanistan. Dies zeigt: Die wichtigsten Ursachen für Flucht sind noch immer Krieg und Gewalt. Und an den Kriegen im Nahen Osten war und ist auch Deutschland beteiligt: in Afghanistan jahrelang mit Soldaten. Im Irak und in Syrien wird auch mit deutschen Waffen gekämpft. In all diesen Ländern kämpfen unterschiedliche Bündnisse gegen Terroristen. Es geht um Stellvertreterkriege von Weltmächten, die noch dazu religiös aufgeladen sind. Flüchtlinge, die nach Europa fliehen, sind oft traumatisiert, haben Hab und Gut verloren. Viele können gar nicht in ihre Länder zurückkehren. »Grenzen öffnen für Menschen. Grenzen schließen für Waffen.« Was für eine wichtige Forderung! Die Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel hat sie auf ihre Fahnen geschrieben. 140 Organisationen aus Kirche und Gesellschaft gehören ihr inzwischen an (siehe Interview).

Auf der anderen Seite gibt es jene, die an diesen Kriegen verdienen – und an der Abschottung der Grenzen durch Europa. Das führende deutsch-französische Unternehmen Airbus N. V. mit Sitz in Amsterdam produziert High-Tech-Sicherungsanlagen mit Überwachungsdrohnen und Militärsatelliten. Als kritischer Aktionär war der Rüstungsexperte Jürgen Grässlin auf der Hauptversammlung, als die Airbus-Führung postulierte, das Unternehmen habe zwei äußerst profitable Geschäftsfelder: Das eine sind die Kampftruppen, das andere die Grenzsicherung