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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2017
Reformationsjubiläum: Was bleibt?
Ein Streitgespräch zwischen Thies Gundlach, Margot Käßmann und Dorothea Wendebourg
Der Inhalt:

Aufgefallen: Der Hoffnungsträger

Ein 28-Jähriger will Ungarns Politik umkrempeln. Und setzt dabei auf Europa

András Fekete-Györ steht vor der Statue eines Drachenkämpfers in Budapest. Der Drachen symbolisiert den Faschismus, der Kämpfer ringt ihn nieder, den Arm in Siegerpose erhoben. Es ist wohl kein Zufall, dass Fekete-Györ dieses Foto als Profilbild bei Facebook ausgewählt hat. Auch er ist ein Kämpfer. Sein Gegner: Viktor Orbán.

Fekete-Györ ist Jurist, 28 Jahre jung, weltoffen – und Hoffnungsträger vieler Ungarn. Vor zwei Jahren gründete er eine Jugendbewegung, die gegen Korruption und Vetternwirtschaft im Land antrat und durch ihre proeuropäische Haltung auffiel. Im März 2017 wurde eine Partei daraus: Momentum. Es sind überwiegend junge Menschen und Liberale, die sie unterstützen. Ihr Ziel: Orbán stürzen.

Ihr junger Anführer studierte unter anderem in Heidelberg und Freiburg, er lebte in Paris, absolvierte ein Praktikum im Deutschen Bundestag und beim Europäischen Parlament in Brüssel. Als Fekete-Györ in Paris Nachrichten über Ungarn verfolgte, sei ihm plötzlich klar geworden, »dass meine Generation sich schon zu lange von der Politik abgewandt und sie Leuten überlassen hat, die ihrer nicht würdig sind. Ich schämte mich«. Er fuhr nach Budapest, trommelte einige politisch interessierte Freunde zusammen und gründete Momentum. So fing es an.

Mittlerweile reisen Fekete-Györ und seine Mitstreiter quer durchs Land, um die Leute von sich zu überzeugen. Inhaltlich ist die Partei schwer einzuordnen: Sie tritt entschieden für die gleichgeschlechtliche Ehe ein, ist aber auch für den Grenzzaun gegen Flüchtlinge. Sie ist klar für die EU, betont aber auch den Patriotismus. Ist Fekete-Györ also ein Liberaler oder ein Konservativer? Er selbs