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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2017
Reformationsjubiläum: Was bleibt?
Ein Streitgespräch zwischen Thies Gundlach, Margot Käßmann und Dorothea Wendebourg
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

vom 10.11.2017

Ulrike Kostka, Caritasdirektorin in Berlin, wünscht, dass in den Sondierungsgesprächen auch das Problem der Wohnungslosigkeit besprochen wird. »Die Zahl der Betroffenen steigt permanent. Wohnungslosigkeit ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.« Das Thema gehöre ins Kanzleramt, weil nur so »eine gesamtgesellschaftliche Strategie entwickelt werden kann« .

Hermann Glettler, neu ernannter katholischer Bischof von Innsbruck, hat die österreichischen Parteien wegen ihres einseitigen Wahlkampfes kritisiert. Beim Thema Migration habe es »eine unselige, fast aggressive Allianz der drei führenden Parteien« gegeben. »Man hatte den Eindruck, wenn dieses Thema aus der Welt geschafft ist, dann gibt es keine Arbeitslosigkeit, keinen Bedarf für Sozial-, Bildungs- oder Pensionsreform mehr.« Natürlich bringe Migration Herausforderungen mit sich, doch die Probleme seien »überschätzt« worden. »Unsere Wohlstandsgesellschaft kann hier noch mehr tun.« Im Übrigen sei Identität »etwas Dynamisches, das im Laufe der Jahrhunderte auch durch Migration und den Austausch von Kulturen gewachsen ist«.

Martin Aust, Historiker in Bonn, beobachtet, dass der hundertste Jahrestag der Oktoberrevolution in Russland kaum gefeiert wird. »Revolution ist für Putin ein hochgradig unwillkommenes Thema.« Denn Putin verbinde mit dem Wort Revolution die Proteste auf dem Maidan in der Ukraine oder die Umwälzungen in Georgien. »Und das sind Phänomene, die er selber von Russland fernhalten möchte.«

Martin Breidert, Sozialethiker und ehemals Pfarrer in Hessen-Nassau, hat an die evangelischen Kirchen in Deutschland appelliert, sie müssten sich Gedanken machen, »mit welchem Judentum sie sich solidarisierten«. Breidert verweist auf gute Kontakte zwischen Israels Premier Benjamin Netanjahu und der AfD. Pastorin Hanna Lehming, Beauftragte der Nordkirche für christlich-jüdischen Dialog, hält dagegen, die Solidarität der Kirche gelte nicht einem abstrakten Judentum. »Sie gilt vielmehr allen Jüdinnen und Juden unterschiedslos (...), sobald sie Ziel rassistischer (...) Verleumdungen oder Angriffe werden.«

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