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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2017
Reformationsjubiläum: Was bleibt?
Ein Streitgespräch zwischen Thies Gundlach, Margot Käßmann und Dorothea Wendebourg
Der Inhalt:

»Ich will Basisdemokratiein Katalonien«

Die Benediktinerin Teresa Forcades i Vila kämpft für ein unabhängiges Katalonien. Begegnung mit einer eigensinnigen Ordensfrau, Feministin und Theologin

Diese Frau ist beseelt von ihrer Mission: Teresa Forcades i Vila engagiert sich mit Verve als Vorkämpferin für die Unabhängigkeit Kataloniens vom Königreich Spanien. Und sie ist Ordensfrau. Seit zwei Jahrzehnten lebt die Benediktinerin im tausend Jahre alten katalanischen Bergkloster Montserrat, eine Fahrstunde nordwestlich von Barcelona. In den Pfarreien und Basisgemeinden Kataloniens ist die 51-jährige Frau mit dem grauen Schleier so populär, dass nationale und internationale Medien auf sie aufmerksam geworden sind. Die BBC nennt sie »Europas revolutionärste Nonne«, spanische Medien bezeichnen sie gerne als »rebellische Ordensfrau«. Das Etikett bezieht sich sowohl auf ihre politischen Ansichten als auch auf ihre Theologie.

»Der Vatikan hat mich in all den Jahren immer mal wieder gerügt, zum Beispiel weil ich mich als feministische Theologin offen für einen liebevolleren Umgang mit Frauen einsetze, die eine Abtreibung hatten. Oder weil ich gegen die unchristliche Behandlung von Homosexuellen durch die Amtskirche protestiere«, berichtet Schwester Teresa. Doch unter dem Pontifikat von Franziskus kommt diese Kritik kaum noch.

Wie aber steht der Vatikan zu ihren politischen Ansichten? Rom mäßigt im Katalonienkonflikt. Die spanischen Bischöfe erklären sich gegen eine Abspaltung Kataloniens. Doch im Unterschied zu Protestanten oder Muslimen, die mit großer Mehrheit gegen eine Abspaltung votieren, sind die katalanischen Katholiken, die mit 54 Prozent immer noch die Mehrheit der Bevölkerung stellen, tief gespalten. 47,6 Prozent wollen die Loslösung von Spanien, 46,4 Prozent sind dagegen.

Zu ihrer Überraschung erhielt Teresa Forcades für ihr politisches Engagement für die Unabhängigkei