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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2017
Reformationsjubiläum: Was bleibt?
Ein Streitgespräch zwischen Thies Gundlach, Margot Käßmann und Dorothea Wendebourg
Der Inhalt:

Eine Botschaft für die Welt

Vor 28 Jahren fiel am 9. November die Berliner Mauer. Das ist mehr als Erinnerung

Was für ein bewegendes Ereignis an diesem 9. November 1989: Die Mauer, die vier Jahrzehnte die Menschen in Ost und West trennte, Familien, Freunde auseinanderriss, unendliches Leid brachte und den Kalten Krieg beflügelte, diese Mauer fiel. Keiner hatte das für möglich gehalten, alle, die es vorausgesagt hätten, wären für verrückt erklärt worden. Doch: Ist das nur eine Erinnerung für die Älteren, die dabei waren? Wer das meint, kann sich vom Gegenteil überzeugen lassen.

Deutlich sichtbar, als vor drei Jahren am Brandenburger Tor an den Fall der Berliner Mauer 25 Jahre zuvor erinnert wurde. Da kamen Tausende, vor allem auch junge Menschen. Und zwar aus aller Welt. Denn dieser 9. November 1989 hat bis heute wohl eine zentrale Botschaft: Mauern halten nicht, und seien sie noch so bedrohlich. Und sie sind scheinbar, aber eben auch nur scheinbar, für alle Zeiten gebaut.

Wie etwa die zwischen Israel und Palästina, jene zwischen Nord- und Südkorea oder entlang der Balkan-Route. Wo Zäune Menschen abhalten sollen, vor Krieg, Tod und Unterdrückung zu fliehen. Ausgerechnet in ehemaligen Ostblockländern, aus denen die Menschen selbst einst flohen. Doch auch Präsident Trump will bekanntlich eine Mauer bauen an der Grenze zu Mexiko. 3200 Kilometer lang. Da war es kein Zufall, dass ausgerechnet die Dresdner Sinfoniker im Sommer hier ein Anti-Mauer-Konzert gaben. Ihre Botschaft war klar: Mauern, so gigantisch sie auch sind, sie halten nicht ewig.

Weil der Wille der Menschen, sie zu überwinden, immer stärker sein wird. Und zwar dann, wenn sie gemeinsam aufstehen: die Zivilgesellschaft und Politiker, die für Entspannung stehen, für Glasnost und Perestroika. Gegen die, die sich heute wieder abg