Buße tun und feiern
Pünktlich zum Auftakt des Reformationsjubiläums werfen namhafte protestantische Theologen der Leitung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vor, sie betreibe eine profillose Kuschelökumene. Insbesondere die Ankündigung, dass man in einem Bußgottesdienst zusammen mit katholischen Bischöfen der gemeinsamen Schuldgeschichte gedenken wolle, erregt ihren Unmut. »Wie weit ist es mit dem deutschen Protestantismus gekommen?«, zürnt der angesehene Wiener Theologe Ulrich H. J. Körtner auf der Internetplattform »evangelisch.de«. Und der nicht minder prominente Münchner Theologe Friedrich Wilhelm Graf nannte im Magazin Zeitzeichen solche Bußgottesdienste »theologisch gedankenlos«. Es zeuge nur von »moralischer Arroganz, sich wechselseitig für die ›schuldhaften Entwicklungen‹ in früheren Zeiten entschuldigen zu wollen«. Stattdessen sollte man die Pluralisierung des Christentums offensiv feiern.
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