Auch ohne Aliens unheimlich genug
Roman. Um es gleich klarzustellen: Der jüngste Roman des israelisch-österreichischen Schriftstellers Doron Rabinovici ist trotz seines Titels durch und durch menschlich. »Die Außerirdischen« liefert eine scharfsinnige Analyse der heutigen Gesellschaft – mit all ihren menschengemachten Auswüchsen und Absurditäten. Phänomene wie Flucht und Vertreibung finden ebenso Raum wie die Rolle der sozialen Medien, Terrorismus, globale TV-Shows und ein drohender Atomkrieg. Die Außerirdischen dienen dabei nur als Spiegel, um den Zustand der irdischen Bewohner zu reflektieren. »Sie kamen über Nacht« – so lautet der erste Satz des Romans, und schnell wird klar, es ist gerade diese stille Ankunft, die so beunruhigt: »Beklemmend, heimgesucht worden zu sein, ohne irgendetwas bemerkt zu haben. Als wir aufwachten, war über uns entschieden.« Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Sol. Als Journalist ist er ganz nah dran am Geschehen: Auf der Erde bricht Panik aus, es kommt zu Chaos und Plünderungen. Abtrünnige landen auf einer einsamen Insel, wo sie in Lagern leben und Zwangsarbeit leisten – ein Szenario, das erschreckend deutlich an die NS-Zeit erinnert.
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