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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2017
Neuer Mut in schweren Zeiten
Jüdische Gemeinden in Deutschland
Der Inhalt:

Die schönste Stimme der Iberischen Halbinsel

CD. Jenseits der Iberischen Halbinsel ist sie fast unbekannt. Dabei hat die Katalanin Sílvia Pérez Cruz eine Ausnahmestimme wie kaum eine andere Sängerin zwischen Barcelona und Lissabon.

Ihr drittes Album ist der atemberaubende Beweis dafür. Mit dem Streichquintett um den Cellisten Joan Antoni Pich hat die Sängerin seit mehr als drei Jahren auf großen Bühnen zwischen Cádiz und San Sebastian gespielt, bis sie sich nun zur Aufnahme dieses grandiosen Repertoires entschloss.

Die »Tonada de Luna Lleva«, ursprünglich ein lyrischer Sehnsuchtsgesang an den Mond des venezolanischen Volkssängers Simón Díaz, wird hier in große Serenadendramaturgie gekleidet. »Loca« zieht mit seinen Stimmenschichtungen über dem simplen Akkordwechsel in einen Vokalstrudel hinein, unentrinnbar und voll glühender Verzweiflung. Von pfiffigen Dialogen zwischen tänzerischer Stimme und Pizzicati der Instrumente lebt »Mechita«. Pérez Cruz’ Affinität zu Portugal zeigt sich in dem Wagnis, einen Amália-Rodrigues-Fado zu covern, völlig freigeräumt von divenhaftem Pathos. Mit »Ai, Ai, Ai« veredelt sie Latinpop à la Shakira, und die bolivianisch-brasilianische »Lambada«, Welthit der späten 1980er-Jahre, bekommt eine ganz andere Färbung, die ihre melancholische Grundsubstanz in den Vordergrund rückt. Selbst Leonard Cohens hundertfach gecovertes »Hallelujah« lässt sich hier wieder erstaunlich gut hören, dank eines geschickten Arrangements, das subtile Anleihen bei Dvorák und Ravel nimmt.

Der emotionale Kern der ganzen CD ist allerdings das Titelstück: Vor mehr als dreißig Jahren haben es Sílvias Eltern zusammen geschrieben, eine Habanera, die mit zarten Naturbildern von zimtbestreuten ruh