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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2018
Gottverlassen
Findet die katholische Kirche aus ihrer selbstverschuldeten Misere?
Der Inhalt:

Aufgefallen: Die Aussteigerin

Franziska Schreiber machte in der AfD Karriere. Nach vier Jahren trat sie aus und schrieb ein Buch über das Innenleben der Partei

Es war eine kurze Karriere. Erst große Begeisterung, schneller Erfolg, dann starke Zweifel und die Befreiung aus einem Milieu, dem man nicht leicht entrinnt. Seither muss Franziska Schreiber mit allerlei Einschüchterungen leben. Denn sie gilt als Nestbeschmutzerin, als eine Verräterin. Mit ihrem Buch Inside AfD gewährt sie Einblicke in eine Partei, die innerhalb weniger Jahre zu einer völkisch-nationalistischen Gruppierung geworden ist – und die bei der aktuellen Sonntagsfrage zur Bundestagswahl von Infratest dimap erstmals zweitstärkste politische Kraft in Deutschland ist, vor SPD und Grünen.

Geboren 1990 in Dresden, trat Franziska Schreiber 2013 in die AfD ein, wurde binnen eines Jahres Vorsitzende der Jungen Alternative in Sachsen und stieg 2017 in den Bundesvorstand auf. Im selben Jahr, kurz vor der Bundestagswahl, trat sie aus der Partei aus. Allein die Tatsache, dass sie der AfD den Rücken gekehrt hat, macht sie nicht zur Heiligen. Sie plädierte etwa für das Recht von Frauen, Schusswaffen zu tragen zur Selbstverteidigung als »letzter notwendiger Schritt zur Emanzipation«.

Dennoch ist Schreiber eine wichtige Stimme, um über den Machtkampf und die Stimmung innerhalb der AfD zu erfahren, über deren Strategie und Methoden. Sie bestätigt aus der Innensicht, was von außen zu beobachten ist: Die AfD hat sich radikalisiert. Sie schreibt, die Partei bestehe »zu 15 Prozent aus Neonazis, 20 Prozent Nationalromantischen mit Kaiserreichsaffinität und 15 Prozent Mitläufern«. Dem stehe »ein gebeuteltes, zerstrittenes liberales Lager ohne charismatische Führung gegenüber«.

Anfangs schätzte Schreiber das Z