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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2017
Cyberwar
Stell dir vor, es ist krieg und keiner merkt es
Der Inhalt:

Die vergessenen Opfer der Agrarindustrie

In kaum einem Land werden so viele Pestizide versprüht wie in Argentinien. Ein Fotograf hat die Folgen dokumentiert

Die Idee war so pervers wie genial: Mittels Gentechnik Nutzpflanzen so zu verändern, dass sie gegen Unkrautvernichtungsmittel immun sind. Monsanto heißt die Firma, der dieses Experiment gelungen ist. Seit 1996 dürfen die genveränderten Pflanzen des US-Konzerns in Argentinien angebaut werden. Heute wird dort eine Fläche von 38 Millionen Hektar auf diese Weise bestellt: Wüsten aus Soja und Mais, die regelmäßig mit glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmitteln – ebenfalls von Monsanto – und anderen Giften besprüht werden.

Die Folgen dieses großangelegten Giftangriffs auf Mensch und Natur hat der Fotograf Pablo E. Piovano dokumentiert. In den vergangenen drei Jahren ist er 15 000 Kilometer weit durch Argentinien gereist und traf immer wieder auf Menschen, die unter schwersten Behinderungen leiden, die entstellt sind oder an Krebserkrankungen sterben. Seine erschütternden Fotos sind vom 20. Oktober 2017 bis zum 21. Januar 2018 im Willy-Brandt-Haus in Berlin zu sehen. »Landwirtschaft der Gifte. Ihr Preis für den Menschen« heißt die Ausstellung, im Kehrer-Verlag ist dazu der Bildband »The Human Cost of Agrotoxins« erschienen. Er enthält weiterführende Texte, die diesen bislang kaum bekannten Skandal beleuchten. So erfährt man, dass mittlerweile sechzig Prozent der argentinischen Agrarproduktion auf genveränderten Pflanzen basiert. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wuchsen die Erträge um fünfzig Prozent, aber der Verbrauch an giftigen Pestiziden um 890 Prozent, heißt es in einem der lesenswerten Aufsätze, die leider nur auf Englisch und Spanisch vorliegen.

»Ich habe auf diese Bilder gestarrt und musste an Hiroshima den