Vom Ende des amerikanischen Traums
Die Präsidentschaftswahl 2016 ist eine der ungewöhnlichsten Wahlen in der amerikanischen Geschichte. Aus unterschiedlichen Gründen. Ungewöhnlich ist schon, dass Trump mit seinem pessimistischen Bild in einer ehemals optimistischen Gesellschaft punkten kann. Die ökonomischen Daten zeigen deutliche Verbesserungen: das Wirtschaftswachstum ist seit der Wirtschafts- und Finanzkrise von 2008 gestiegen, die Arbeitslosigkeit zurückgegangen. Löhne und Einkommen haben leicht zugelegt. Doch die Amerikaner nehmen die Entwicklung anders wahr. Der Gegensatz zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander. Während aufstrebende Hochtechnologie-Regionen wie Virginia, North Carolina oder Ohio hinzugewonnen haben, sind andere Landstriche, in denen traditionelle Industrie- und Erwerbszweige wie Kohle oder Stahl dominieren, im Abwärtstrend. Diese Ungleichzeitigkeit, die von der Globalisierung vorangetrieben wird, stellt für viele den amerikanischen Traum infrage.
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden
Christiane Lemke ist Professorin für Politikwissenschaft an der Leibniz Universität Hannover und derzeit Gastprofessorin an der University of North Carolina. Sie bloggt zum Wahlkampf unter: www.ipw.uni-hannover.de/wahlkampfblog2016.html
