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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2016
»Schaut doch mal rein in die Bibel!«
Bodo Ramelow über Christsein und Kapitalismus
Der Inhalt:

Kongo, Palästina und Israel, Serbien und Kroatien, China und Tibet, Ruanda, Lateinamerika, Kalter Krieg Ost West: Gesichter des Friedens

von Christoph Bongard vom 07.10.2016
Sie engagieren sich, irgendwo in dieser unfriedlichen Welt. Konkret, vor Ort, mit ihrem Leben. Denn Frieden wird erst möglich, wenn jeder und jede bei sich beginnt. Von unten. In kleinen, oft mühsamen Schritten. Anders ist der Frieden nicht zu haben. Das zeigen sie, wie unzählige andere auch

Tsering Woeser

Tsering Woeser wurde 1966 in Tibets Hauptstadt Lhasa geboren. Damals erfasste die Kulturrevolution mit aller Gewalt auch Tibet. Tote, Entrechtete und Entwürdigte säumen Woesers Erinnerungen. Mit 24 Jahren begann sie aufzuschreiben, was Gewalt und Willkür hinterlassen haben. 2003 veröffentlichte sie das »Tagebuch aus Tibet – oder: Gedicht namens Tibet«. Es war ihr erstes Werk und wurde sogleich verboten. Da sie sich der »patriotischen Umerziehung« durch die Kommunistische Partei Chinas strikt verweigerte, erhielt sie Schreibverbot.

2004 heiratete sie Wang Lixiong, einen chinesischen Schriftsteller, der sich für Rechte der Minderheiten wie Tibeter und Uiguren starkmacht. 2010 erschien ihre Monografie »Ihr habt Gewehre, ich meine Feder«. Damit tat sie kund, wozu sie sich zusammen mit ihrem Mann offen bekennt: friedlich für die Würde und Rechte der Menschen in Tibet zu kämpfen. 2008, im Jahr der Pekinger Olympiade, berichtete Tsering Woeser im Internet über den Aufstand der Tibeter und seine brutale Niederschlagung. Damals wurde sie bekannt als die »Eine-Frau-Presseagentur«. Bis heute sitzt die Autorin, Mitglied der Schriftstellervereinigung Independent Chinese PEN, in Peking (fest) und ignoriert, was ihr der Staat auferlegt: Hausarrest, Verhöre, Verbannung. Im Internet sammelt und verbreitet sie weiter Texte und Bilder, die die Verfolgung all derer zeigen, die sich Chinas Politik zu widersetzen wagen.Shi Ming

Mazen Faraj und Robi Damelin

Robi Damelins Sohn David wurde von einem palästinensischen Scharfschützen getötet. Mazen Farajs Vater starb durch die Kugel israelischer Soldaten. Sie ist Israelin, stammt aus Südafrika, er ist Palästinenser. Und beide haben sich geschworen, dass Rache und Vergeltung keine Lösung sind – auch wenn ihnen Sohn oder Vater genommen wurden. Robi Damelin und Mazen Faraj arbeiten für Parents Circle, eine Organisation, in der sich mehr als 600 israelische und palästinensische Familien zusammengeschlossen haben, die enge Angehörige im Konflikt verloren haben. Robi Damelin entdeckte im »Kreis der Familien«, dass die palästinensischen Mütter die gleichen Schmerzen litten wie sie: »Ich bemerkte auch, welche Kraft für Veränderung wir daraus ziehen können.« Mit 16 warf der Palästinenser Mazen Faraj Steine auf israelische Soldaten.

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