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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2016
»Schaut doch mal rein in die Bibel!«
Bodo Ramelow über Christsein und Kapitalismus
Der Inhalt:

Aufgefallen: Die Frau in Weiß

Jetzt hat auch Japan seine »Trümmerfrau«: Renho Murata wurde zur ersten Oppositionsführerin des Landes gewählt – und gleich angefeindet

Wenn Männer abgewirtschaftet haben, sollen die Frauen die Trümmer aufräumen: So war es einst bei Angela Merkel, so ist bei der britischen Konservativen Theresa May. Und so scheint es jetzt auch bei der größten Oppositionspartei Japans zu sein, der Demokratischen Partei. Nach einer katastrophalen Wahlniederlage gegen den strikt konservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe wählte die Opposition nun zum ersten Mal eine Frau an ihre Spitze: Renho Murata.

Und die ist durchaus ungewöhnlich. Nicht nur, weil sie immer weiße Kleidung trägt. Sondern deshalb, weil sie in ihrer Person Positionen vereinigt, die im traditionsbewussten Japan sonst nicht zusammengehen. Sie war in jungen Jahren als Model und später als Fernsehmoderatorin bekannt. Gleichzeitig studierte sie Öffentliches Recht und stieg schon bald in die Politik ein – obwohl Frauen in Führungspositionen in Japan selten sind. Murata ist bekannt für feministische Positionen, auch die sind rar in ihrer Heimat. Für Renho, wie sie auch öffentlich genannt wird, steht aber außer Zweifel, dass sie eine politische Karriere anstrebt und sich dennoch »möglichst liebevoll«, so sagt sie, um ihre Familie mit dem Ehemann und zwei Kindern kümmern will.

Einen Skandal löste die 49-Jährige aus, als sie bekanntgab, dass sie entgegen bisheriger Darstellungen doch eine doppelte Staatsbürgerschaft besitzt. Murata ist das Kind eines taiwanesischen Vaters und einer japanischen Mutter. Sie ist in Tokio geboren und aufgewachsen – und lebt mit ihrer Familie immer noch dort. Bisher hatte sie immer angegeben, nur die japanische Staatsbürgerschaft zu besitzen. Doch vor ihrer Wahl gab sie zu, dass sie auch noch die taiwanesische Staatsbürgerschaft ha