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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2016
»Schaut doch mal rein in die Bibel!«
Bodo Ramelow über Christsein und Kapitalismus
Der Inhalt:

»Erst eine Bibliothek, dann ein Hospital«

von Barbara Brüning vom 07.10.2016
Die Ärztin Eunice Mbuh engagiert sich für Kinder und Kranke in ihrer Heimat Kamerun

Ein Krankenhaus in einem afrikanischen Land wie Kamerun zu bauen ist nicht einfach. Allein schon der Kauf des Grundstücks ist ein Problem, denn es gibt kein Grundbuch wie in Deutschland, in dem eingetragen wäre, wem der Boden gehört. Das mussten wir erst mal herausfinden. Wir, das ist der Verein basics.africa, den ich mit Arbeitskolleginnen und -kollegen gegründet habe. In dem Kameruner Krankenhaus sollen auch Leute ohne Geld versorgt werden. Bislang betreibe ich das Projekt von Frankfurt aus. Nächstes Jahr kehre ich nach Kamerun zurück, und in zwei Jahren soll das Krankenhaus den Betrieb aufnehmen. Mit Ärzten, Krankenschwestern und Sozialarbeitern aus Deutschland, die dort für eine Zeit arbeiten und ihr Wissen weitergeben.

1989 kam ich mit einem Stipendium meines Heimatlandes Kamerun nach Deutschland, um Medizin zu studieren. Ich war damals 19 Jahre alt. Auf meinem ersten Flug nach Deutschland habe ich meinen zukünftigen Mann kennengelernt, der auch zum Studium nach Deutschland ging. Schon damals hatten wir diesen Traum: ein Krankenhaus in unserer Heimat zu bauen. Als wir ein paar Jahre später die Ferien in Kamerun verbrachten, hatten wir einen Autounfall – bei dem er ums Leben kam und ich unser Kind verlor, mit dem ich im fünften Monat schwanger war. Er starb an inneren Blutungen, da wir 36 Stunden lang ein Krankenhaus suchen mussten, das ihn hätte behandeln können. Wäre solch ein Krankenhaus in der Nähe gewesen, hätte er überlebt.

Ich wollte danach lange nicht mehr in meine Heimat reisen. Erst 2009, neun Jahre nach dem tödlichen Unfall, war ich erstmals wieder in Kamerun – und erst da habe ich den extremen Bildungsnotstand so richtig wahrgenommen. Wieder zurück in Deutschland – ich war inzwischen selbst Ärztin –, habe ich den Verein gegründet. Wir bauten als Erstes eine Schulbibliothek und wir haben Schulgeld für Waisen gestiftet. Die Bibliothek wird von den Schülern begeistert angenommen, denn sie wollen lernen und etwas über die Welt erfahren. Und sie wissen, dass ihre Eltern kein Geld dafür aufbringen können.

Ich selbst konnte als Kind nur deshalb zur Schule gehen, weil ich Stipendien für Bücher und Schuluniform ergatterte. Doch dies gelingt nur einem Schüler eines Jahrgangs oder einer ganzen Schule.

Meine große Hoffnung ist: Das Krankenhaus wird ein Entwicklungsmotor für die ganze Region. Viele werden Aus

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