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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2018
Geld sauber anlegen
Wie es geht. Was es bringt. Worauf man achten muss
Der Inhalt:

Braune Brühe kocht hoch

von Alexander Schwabe vom 21.09.2018
Im ganzen Land gibt es Wutbürger. Warum sind sie in Ostdeutschland besonders anfällig für den Rechtsradikalismus?

Es waren zwei große getrennte Welten, die in Chemnitz aufeinandertrafen. Blasen, wie sie sich im Netz längst virtuell gebildet haben, wurden Fleisch. Räume, die die Weltsicht einengen. In denen nur die eigene Wahrheit gilt. In denen man sich stets bestätigt, um bestätigt zu werden.

Hier waren die Rechtsradikalen, dort die Demokraten. Lager, die sich nichts zu sagen hatten vor lauter Hass und lärmender Selbstbetäubung. Das Schlimme daran: dass bisher sich bürgerlich Gebende – vornehmlich Mitglieder oder Sympathisanten der AfD – das Lager der Demokraten verließen und ins Heer der Neonazis überliefen.

Nicht alle laufen über, natürlich nicht. Und, klar, der Osten hat das Bashing satt. Doch solange Politikern weiter das heile Image ihres Bundeslandes wichtiger ist als einzugestehen, dass es ein massives Problem mit dem Rechtsradikalismus gibt – wie es in Sachsens CDU der Fall war –, so lange müssen die Missstände auch von außen, auch von Wessis, angeprangert werden.

Der unverhohlen gezeigte Hitlergruß, der Rassismus, die Systemfeindlichkeit, das Mobilisieren von 6000 Menschen in kurzer Zeit, die Gewaltbereitschaft – Chemnitz darf nicht bagatellisiert werden. Überdeutlich kommt zum Ausdruck, was längst zu beobachten war: AfD und Pegida beschränken sich nicht darauf, Sprachrohre für konservative und verunsicherte Bürger zu sein. Sie sind keine Transformationsriemen, um gesellschaftliche Prozesse in Politik zu überführen, sie sind vielmehr zu Transformationsriemen geworden, die Verunsicherung in Hass übersetzen. Ihr vornehmliches Ziel ist es nicht, konstruktiv Politik zu gestalten, sondern aus ideologischen Gründen Gesellschaft zu zersetzen.

Es gibt Landschaften – mehr blühende als verdorrte –, die vordergründig keine Auffälligkeiten zeigen. Die Bürger gehen ihren Geschäften nach, ihrem geregelten Leben. Doch immer öfter bricht das Erdreich auf, und aus dem Untergrund kocht Hass und braune Brühe hoch. Das kann in Chemnitz sein, doch auch an jedem anderen Ort. In Freital, Heidenau, Bautzen, Clausnitz, Kandel. Zuvor in Mölln, Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen. Es ist wie im Wattenmeer. Kein Wasser weit und breit, und dann, schnell, steigt die Gefahr aus allen Prielen. Chemnitz zeigt: Der Hass auf Ausländer, die Bereitschaft, Wut, Ärger, Aggression scham- und hemmungslos auszuleben ist kein Randgruppenphänomen mehr. Sie ist mitten unter uns. Nun ist

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