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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2018
Geld sauber anlegen
Wie es geht. Was es bringt. Worauf man achten muss
Der Inhalt:

Mathe mit Smartphone

Computer-Unterricht schon von der ersten Klasse an? Oder besser eine Grundschule ohne Bildschirme? Was müssen Schüler heute über die digitale Welt lernen, um in ihr zu bestehen?

Mathe-Unterricht in einer elften Klasse: Als Erstes startet Lehrerin Xenia Reit den Computer, vorne, neben der Tafel. Während er hochfährt, gibt sie den Schülern eines Frankfurter Gymnasiums einen Arbeitsauftrag: Sie sollen ihre Smartphones herausholen und sich auf der Internetseite socrative.com einloggen. Dort hat die Lehrerin ein Quiz mit Fragen zum aktuellen Mathe-Thema eingestellt. Die Jugendlichen schließen sich in Gruppen zusammen. Weil es an dieser Schule wie an den meisten kein WLAN für Schüler gibt, gehen sie mit ihrem privaten Datenvolumen ins Netz.

Während manche noch mit dem Login kämpfen, legen andere schon los. Der Beamer projiziert ein Bild mit fünf Balken in verschiedenen Farben an die Wand: Sie machen sichtbar, wie viele richtige Antworten die einzelnen Gruppen gegeben haben. »Ey, Sarah, bist du Team rot?«, ruft Erik durch den Raum und reckt den Daumen anerkennend nach oben. Als alle Gruppen fertig sind, diskutiert die Klasse ausführlich, welche Antworten warum richtig waren. Am Ende ist die Hälfte der Stunde um. Zeit, die sich gelohnt hat, findet Xenia Reit: »Wenn ich die Klasse frage, ob alles verstanden wurde, meldet sich nie jemand.« Das Quiz per Smartphone hingegen führte zu einer intensiven Nachbesprechung des Stoffes.

Eigentlich eine unspektakuläre Szene. Und doch eine ungewöhnliche. Denn digitale Medien werden in hiesigen Klassenzimmern immer noch selten eingesetzt. Meist kratzt noch die Kreide an der Tafel. In keinem anderen Land nutzen Lehrer neue Technologien weniger häufig als in Deutschland, stellte eine Studie 2013 fest. Auch die Medienkompetenz deutscher Schüler lag damals nur im Mittelfeld.

Umso heftiger läuft die Debatte, wie die digitale Bild