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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2018
Geld sauber anlegen
Wie es geht. Was es bringt. Worauf man achten muss
Der Inhalt:

Sozialprotokoll: »Sein Schicksal liegt in der Hand des Königs«

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 21.09.2018
Claude Mangin-Asfari hat ihren Mann seit zwei Jahren nicht gesehen. Er ist als politischer Gefangener in Marokko inhaftiert

Zwei Jahre ist es nun her, dass ich meinen Mann das letzte Mal in die Arme schließen konnte. Ich lebe in Ivry-sur-Seine, in der Nähe von Paris. Er sitzt seit acht Jahren in einem Gefängnis in Marokko. Sein »Verbrechen«: Er tritt für die Rechte seines Volkes ein, der Sahraoui. Das ist in Marokko streng verboten; der Name des Königs, der Glaube und die Westsahara können einen ins Gefängnis bringen, wenn man über sie spricht. Mein Mann Naâma soll dreißig Jahre sitzen. Er ist einer der politischen Gefangenen von Gdeim Izik. So hieß das Protestcamp, in dem der Arabische Frühling seinen Anfang nahm – und das marokkanische Truppen plattgewalzt und niedergebrannt haben. Naâma ist Jurist und Philosoph, er war der Sprecher der Proteste.

Zunächst durfte ich ihn noch besuchen, dann plötzlich nicht mehr. Denn wir gelten als Staatsfeinde. Vier Mal hat mir Marokko die Einreise verweigert. Als ich das erste Mal am Flughafen zurückgewiesen wurde, war das ein traumatisches Erlebnis. Zwischen zwei Gendarmen habe ich am Flughafen übernachten müssen, ohne Decke, ich habe die ganze Nacht gefroren. Neben mir stand der Koffer voller Bücher für Naâma. Am nächsten Morgen haben sie mich in das erste Flugzeug zurück nach Paris gesetzt.

Dass die Sahraoui ein eigenes Volk sind, habe ich 1989 erfahren; damals habe ich für eine katholische Hilfsorganisation gearbeitet. Noch heute schäme ich mich, dass ich das vorher nicht wusste – immerhin bin ich Geschichtslehrerin. 2001 bin ich das erste Mal als Freiwillige in die sahraouischen Flüchtlingslager nach Tindouf gegangen. Dort habe ich zwei Jahre gelebt. Es war eine harte Zeit für mich, ich habe zehn Kilo abgenommen. Es gab wenig zu essen, kaum Wasser, keine Elektrizität, ich hatte kein Auto, sprach kein Arabisch, telefonieren konnte ich nur selten. Aber ich habe wundervolle Menschen kennengelernt! Meinen Mann habe ich in Frankreich kennen- und lieben gelernt, als ich einen Nachmieter für meine Wohnung suchte. 2003 haben wir geheiratet.

Ich bin jetzt 62 Jahre alt, seit September im Ruhestand. Vorher habe ich als Lehrerin gearbeitet. Es war wahnsinnig anstrengend, meine Stunden vorzubereiten, Arbeiten zu korrigieren und zwischendrin bis spät in die Nacht Berichte zu schreiben an die UN, damit Naâma freikommt oder ich ihn zumindest besuchen kann.

Arbeitskollegen und Bekannte wissen von dem psychischen Stress, aber nie fragt j

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