»Wir sind im Krieg«
Wie ist sie wirklich, die AfD – diese Partei, die mit ihren populistischen Thesen die Gesellschaft spaltet? Was für Leute sind es, die mit ihr sympathisieren? Mit diesen Fragen im Hinterkopf fahre ich zu einer Wahlkampfveranstaltung nach Hofheim. Mein erster Eindruck: Ganz normale Leute hier. Die Stimmung ist gelöst, jeder wird per Handschlag begrüßt. »Was hattest du denn gedacht?«, frage ich mich selbst. Klar, dass keine Nazis in Springerstiefeln da sind. Mein zweiter Gedanke: Was zum Teufel machen die Linken da? Vor der Stadthalle protestieren über hundert Menschen vom Bündnis Main-Taunus: Deine Stimme gegen Rechts. Wer die Wahlkampfveranstaltung besuchen will, muss durch ein Spalier der Demonstranten, wird ausgebuht und ausgepfiffen. »Schämt euch!«, rufen sie einer Mutter entgegen, die mit ihren zwei Kindern im Teenageralter gekommen ist. Ich bin froh, dass ich den anderen Eingang genommen habe. Und denke mir: Wer hier durchmuss, entwickelt wohl unweigerlich ein gewisses Solidaritätsgefühl mit der AfD. Später werden deren Spitzenkandidaten von dem »hasserfüllten Mob vor der Tür« sprechen und sich in der Opferrolle wohlfühlen.
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