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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2016
Ein letztes Fest?
Der Protestantismus feiert die Reformation
Der Inhalt:

VORGESPRÄCH: Warum fotografieren Sie Betende?

Fragen an die Fotografin Sandra Then zu ihrer aktuellen Ausstellung in Basel »Eine Welt – viel Gott«

Publik-Forum: Frau Then, Sie sind durch die halbe Welt gereist, um Menschen beim Gebet zu fotografieren. Wie kamen Sie darauf?

Sandra Then: Ich war als Reportagefotografin in Israel und dabei immer wieder auch in Jerusalem. Dort habe ich die vielen Menschen aus den verschiedenen Religionen und Glaubensrichtungen fotografiert, um meiner Familie zu zeigen, was ich da erlebe. Danach stellte ich die Bilderreihe auf meine Website und gab ihr den Namen »Eine Stadt – viel Gott«. Eine Mitarbeiterin des Katholischen Bildungswerks in Bonn hat die Bilder gesehen und mir vorgeschlagen, eine Ausstellung zu machen. Danach hatte ich das Bedürfnis, das auszuweiten.

Wo sind Sie überall gewesen?

Then: In Istanbul, in Marokko. Und in Rom, bei einer Papstaudienz. Dann in China und Japan, in buddhistischen und schintoistischen Tempeln. Weil ich in Tokio keine Gläubigen finden konnte, bin ich weitergereist bis in ein Bergdorf namens Koyosan. Dort bin ich auf die buddhistischen Mönche gestoßen, die in der Ausstellung zu sehen sind.

Buddhistische Mönche, katholische Nonnen, Musliminnen und Juden: Haben diese Beter überhaupt etwas gemein?

Then: Ja. Ich habe sogar mehr Gemeinsamkeiten gefunden als Unterschiede. Die Haltung, der geneigte Kopf, dieses In-sich-Gehen. Das Gebet ist ein purer menschlicher Moment, wo wir die inneren Hüllen fallen lassen und die Verletzbarkeit offenbar wird. Es war mir wichtig, die Menschen hinter der Religion zu zeigen, nicht so sehr die religiöse Tradition.

Haben Sie sich da nicht als Störenfried