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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2016
Ein letztes Fest?
Der Protestantismus feiert die Reformation
Der Inhalt:

VORGESPRÄCH: Warum fotografieren Sie Betende?

von Eva-Maria Lerch vom 23.09.2016
Fragen an die Fotografin Sandra Then zu ihrer aktuellen Ausstellung in Basel »Eine Welt – viel Gott«

Publik-Forum: Frau Then, Sie sind durch die halbe Welt gereist, um Menschen beim Gebet zu fotografieren. Wie kamen Sie darauf?

Sandra Then: Ich war als Reportagefotografin in Israel und dabei immer wieder auch in Jerusalem. Dort habe ich die vielen Menschen aus den verschiedenen Religionen und Glaubensrichtungen fotografiert, um meiner Familie zu zeigen, was ich da erlebe. Danach stellte ich die Bilderreihe auf meine Website und gab ihr den Namen »Eine Stadt – viel Gott«. Eine Mitarbeiterin des Katholischen Bildungswerks in Bonn hat die Bilder gesehen und mir vorgeschlagen, eine Ausstellung zu machen. Danach hatte ich das Bedürfnis, das auszuweiten.

Wo sind Sie überall gewesen?

Then: In Istanbul, in Marokko. Und in Rom, bei einer Papstaudienz. Dann in China und Japan, in buddhistischen und schintoistischen Tempeln. Weil ich in Tokio keine Gläubigen finden konnte, bin ich weitergereist bis in ein Bergdorf namens Koyosan. Dort bin ich auf die buddhistischen Mönche gestoßen, die in der Ausstellung zu sehen sind.

Buddhistische Mönche, katholische Nonnen, Musliminnen und Juden: Haben diese Beter überhaupt etwas gemein?

Then: Ja. Ich habe sogar mehr Gemeinsamkeiten gefunden als Unterschiede. Die Haltung, der geneigte Kopf, dieses In-sich-Gehen. Das Gebet ist ein purer menschlicher Moment, wo wir die inneren Hüllen fallen lassen und die Verletzbarkeit offenbar wird. Es war mir wichtig, die Menschen hinter der Religion zu zeigen, nicht so sehr die religiöse Tradition.

Haben Sie sich da nicht als Störenfried gefühlt mit Ihrer Kamera?

Then: Nein, denn ich habe nicht heimlich mit dem Teleobjektiv gelauert, um die Betenden »abzugreifen«. Ich war selbst dabei, habe an den Gebeten teilgenommen. Viele meiner Fotos fangen das auf und zeigen die Betenden von hinten.

Ihre Bilder werden demnächst in Basel ausgestellt. Wie werden sie dort präsentiert?

Then: Die Fotos sind auf große Baumwollstoffe gedruckt und schwingen frei im Raum der Offenen Kirche Elisabethen, sodass man wie durch eine Landschaft durch die Welten hindurchgeht. Bei der Eröffnung treten dazu Oper

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