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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2018
Angst
In der Gesellschaft rumort es: Ein Gefühl wird politisch
Der Inhalt:

Vorgespräch: Singende Gläubige in Ekstase?

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 07.09.2018
Fragen an den Theologen Matthias Kleiböhmer, der den Internationalen Gospelkirchentag koordiniert

Publik-Forum: Herr Kleiböhmer, Europas größtes Gospelfestival kommt nach Karlsruhe, Sie rechnen mit rund 5000 Teilnehmern aus 13 Nationen. Trifft man da an jeder Ecke singende Gläubige in Ekstase?

Matthias Kleiböhmer: Gospel lebt von der Begeisterung – dass es bloß Verzückung und Ekstase wäre, ist allerdings ein deutsches Klischee. Diese Musik spricht viele an, weil sie lebendig ist, bewegt, den ganzen Körper einbezieht. Diese ganzheitliche Erfahrung kommt hierzulande im Glauben oft zu kurz. Wenn Sie an diesem Septemberwochenende durch Karlsruhe gehen, werden Sie das Gefühl bekommen: »Ich habe was verpasst im Leben, wenn ich nicht Gospel singe.« Unser Motto ist übrigens »Gonna get better«, also: Es wird besser – in bewusster Anspielung auf den gesellschaftlichen Pessimismus, dem wir etwas entgegensetzen.

Was erwartet die Besucherinnen?

Kleiböhmer: Konzerte, offenes Singen und Workshops, etwa zu Stimmbildung oder Body Percussion, wo man mit dem Körper Rhythmen erzeugt. Außerdem gibt es einen Erlebnisparcours zu nachhaltigem Leben und eine Meile »zum Fair-kaufen und Fair-weilen«. Ein Höhepunkt für Konzertbesucher ist sicher die Galanacht mit Kirk Franklin, dem größten Gospelmusiker unserer Zeit. Und ein einzigartiges Erlebnis für Sängerinnen sind die Proben mit 4000 Menschen im dm-Stadion. Gänsehaut-Momente sind da vorprogrammiert.

Proben mit 4000 Sängern, im Ernst?

Kleiböhmer: Ja, der Chor sitzt nach Stimmen verteilt, für den Chorleiter reicht ein Laufsteg in den Chor hinein. Aber es wird nicht für Aufführungen geprobt, Perfektion ist nicht das Ziel – es geht um das Erlebnis.

Hat solch ein Mega-Event noch etwas mit dem Glauben zu tun?

Kleiböhmer: Definitiv! Sie können nicht Gospel singen, ohne zu glauben.

Worauf freuen Sie sich besonders?

Kleiböhmer: Auf die Gospel-Meditation, die nur mit Klavier und Saxophon auskommt. Das ist ein bisschen wie in Taizé.

Sie vergleichen Gospel und Taizégesänge?

Kleiböhmer: Beide haben etwas Kontemplatives. Man kann sich da reinfallen lassen, es is

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