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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2017
Vorwärts, Europa!
Wie die Politologin Ulrike Guérot die EU revolutionieren will
Der Inhalt:

Zwischen Abwehr und Zuversicht

von Hartmut Meesmann vom 25.08.2017
Die Angst vor dem Fremden ist eine Herausforderung für den Glauben

Sie beunruhigen. Sie wirken bedrohlich. Sie stören. Wie das Kaninchen vor der Schlange stehen viele Einheimische vor den Flüchtlingen, vor den Fremden. Das Fremde beherrscht wie ein dunkler Dämon ihre Psyche. Angst, Ablehnung, Feindseligkeit, Neid und Hass sind die Folge. Die Devise lautet: Abschotten! Mauern hochziehen! Aber es gibt auch das andere: Solidarität, Unterstützung, Neugier auf die fremden Menschen, eine Haltung des Willkommens. Warum reagieren Menschen so unterschiedlich, so gegensätzlich? Und was spielt sich im Seelenleben vieler Flüchtlinge ab?

Abdul, Mitte zwanzig, ist aus Mossul im Irak geflohen. Er hat in Deutschland Asyl beantragt. Das Verfahren läuft noch. Jetzt steht er auf der Bühne des großen Saals im Würzburger Congress-Zentrum. Er wird gefragt, was ihm denn in Deutschland als besonders befremdlich aufgefallen sei. Abdul erzählt, er habe eine junge deutsche Frau kennengelernt und sei von ihr zusammen mit anderen zu einer Fete eingeladen worden. Er solle bitte einen Salat mitbringen, habe sie gesagt. »Ich bin eingeladen und soll einen Salat mitbringen? Das fand ich sehr merkwürdig«, sagt Abdul. Lachen im Saal. Was ihm denn noch aufgefallen sei? »Der Zusammenhalt der Familien in Deutschland ist nicht so groß wie bei mir zu Hause«, antwortet Abdul ernst. Und: dass die deutschen Polizisten ihm gegenüber sehr korrekt gewesen seien.

Wie alle anderen Migranten muss sich der junge Iraker auf seine eventuelle neue Heimat erst einmal einstellen. Er lebt nun in der Fremde. »Es gibt nicht wenige Flüchtlinge, die es in dieser Situation innerlich zerreißt«, hat der baptistische Theologe und Therapeut Michael Borkowski beobachtet, der Abdul und zwei andere Flüchtlinge nach Würzburg mitgebracht hat. Borkowski spricht auf einem Internationalen Kongress, den die Akademie für Psychotherapie und Seelsorge veranstaltet und der sich mit den verschiedenen Facetten des Fremden »in mir, in dir und in Gott« beschäftigt. Er arbeitet in Hannover mit traumatisierten Flüchtlingen und bietet sogenannte Stabilisierungsgruppen für Menschen in belastenden Übergangssituationen an. »Die Muslime unter den Flüchtlingen erleben bei uns eine große Freiheit, die sie aus ihren Heimatländern nicht kennen«, berichtet Borkowski. »Sie erleben völlig andere Geschlechterrollen. Das führt zu großer Verunsicherung und zu Spannungen in den Familien.«

Was Migranten physisch und psychisch le

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