Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2016
Schwester Kuh
Was wir den Tieren schulden
Der Inhalt:

Sie bedrohen liberale Muslime

Islamverbände wie die Ditib sollten sich nicht als Dialogpartner demontieren

In deutschen Städten gibt es eine gute, Frieden schaffende Einrichtung, den »Rat der Religionen«. Ditib, der türkische Moscheenverband, stellt dabei zumeist die stärkste islamische Kraft. Bisher war die mit Imamen von der Regierung in Ankara arbeitende Ditib eine Kraft der Mäßigung. Ein Partner, mit dem Christen und Juden in der interreligiösen Ökumene gerne kooperieren. Das könnte sich jetzt ändern. Seit der türkische Staatspräsident Erdogan immer aggressiver agiert, werden auch so manche Vertreter der Ditib aggressiver. Deshalb sind kritische Fragen an die türkischen Verbandsvertreter überfällig.

Es geht schlicht und einfach nicht, dass führende Ditib-Vertreter kritische islamische Theologen bedrohen. Der Ditib-Dialogbeauftragte Bekir Alboga verweigert kritischen islamischen Theologen öffentlich den Handschlag. Radikale Muslime wissen solche Zeichen zu deuten. Unbekannte drohen mit Mord. Ein aufgeschlossener Theologe wie Mouhanad Khorchide, die Frauenrechtlerin Seyran Ates oder ein islamkritischer Publizist wie Hamed Abdel-Samad können sich nur noch mit Polizeischutz bewegen.

Der nationale Koordinator der rund 900 Ditib-Moscheevereine, Murat Kayman, erklärt in seinem Blog den in Freiburg lehrenden Islamtheologen Abdel-Hakim Ourghi für abtrünnig. Er behauptet wahrheitswidrig, der kritische Theologe sei Mitglied der verachteten Sekte der »Obaditen«. Ourghi sagt: »Er ermuntert zu meiner Ermordung.« Klar ist: Bei Weitem nicht alle Ditib-Mitglieder handeln so. Klar ist auch, dass den Verantwortlichen in den Islamverbänden nicht gefallen muss, was kritische Muslime sagen. Doch nur wenn diese Konflikte fair ausgetragen werden, bleibt die Ditib ein seriöser Partner im Miteinand