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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2016
Schwester Kuh
Was wir den Tieren schulden
Der Inhalt:

Bürger, zu den Waffen!

Tausende Franzosen werden zu Hilfspolizisten ernannt – ein gefährlicher Irrsinn

»Frankreich befindet sich im Krieg.« Das sagt Staatspräsident François Hollande. »Der Feind ist auf unserem Boden.« Das sagt General Jean-Pierre Bosser, Leiter der Landstreitkräfte Frankreichs, vor einer Gruppe von Schülern. Dieser bedenklichen Kriegsrhetorik folgen nun Taten: Nach dem Anschlag von Nizza hat die französische Regierung ihre Bürger zu den Waffen gerufen. Alle »willigen Patrioten« sollen sich als Reservisten melden, so der Aufruf.

In den sogenannten operativen Reservekräften gibt es bereits 180 000 Freiwillige, nun sollen 12 000 weitere hinzukommen: 9000 bei der militärisch organisierten Gendarmerie, 3000 bei der regulären Polizei. Busfahrer und Krankenschwestern, Erzieher, Architektinnen und alle anderen über 18 erhalten eine militärische Ausbildung von 15 bis 30 Tagen Dauer. Danach dürfen sie Waffen tragen und können 25 Tage im Jahr eingesetzt werden – auch in Anti-Terror-Einsätzen. Dass 15 bis 30 Tage Ausbildung viel zu kurz sind, um wirklich gut geschult zu sein, liegt auf der Hand. In einem Land, in dem der Ausnahmezustand zum wiederholten Male verlängert wurde, tragen nun militärisch völlig unerfahrene Zivilisten Uniform und Waffen. Es ist klar, dass vielen in einer brenzligen Situation schnell die Nerven durchgehen können. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dann der erste Schuss fällt und Unschuldige tötet.

Die Zeitung Figaro veröffentlicht Bilder von lachenden jungen Menschen in Uniform, die Internetseite des französischen Verteidigungsministeriums wirbt: »Reservist zu sein ist eine einmalige Chance, seinem Land zu dienen und zur Sicherheit beizutragen.« Viele Franzosen folgen begeistert. Marion Maréchal-Le Pen vom rechtsextremen