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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2020
Wem gehört Jesus?
Christen und Juden streiten um den Mann aus Nazareth
Der Inhalt:

Was braucht der Libanon?

von Ulrike Scheffer vom 14.08.2020
Nachgefragt: Nach der Explosion im Hafen von Beirut läuft jetzt die Hilfe an. Wie kann das Land unterstützt werden? Fragen an Anette Müller von den Johannitern
(Foto: Johanniter-Auslandshilfe)
(Foto: Johanniter-Auslandshilfe)

Publik-Forum: Frau Müller, wie ist die aktuelle Situation vor Ort in Beirut?

Anette Müller: Die Zerstörungen sind enorm. 250 000 Menschen wurden über Nacht obdachlos. Viele Schulen wurden zerstört und auch Krankenhäuser. Die Stromversorgung ist ebenfalls weitgehend zusammengebrochen. Ärzte mussten Verletzte teilweise in Garagen im Schein von Handy-Taschenlampen operieren.

Auch die politische Lage spitzt sich zu. Wie kommt das?

Müller: Die Situation war schon vor der Explosion sehr angespannt. Das Land steckte in einer tiefen Wirtschaftskrise, die öffentliche Ordnung war praktisch kollabiert. Die Regierung hat die einfachsten Dinge nicht mehr organisiert bekommen. In den Straßen türmten sich Müllberge, Lehrer wurden nicht mehr bezahlt, und die Stromversorgung lief nur noch über Generatoren. Durch Corona brach auch noch der Tourismus aus anderen Ländern des Nahen Ostens zusammen. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei mehr als fünfzig Prozent.

Viele machen ihrer Wut auf der Straße Luft. Verschärft dies das Chaos?

Müller: Die Proteste sind das eine, es gibt andererseits aber auch eine enorme Solidarität unter den Menschen. Es gibt lokale Essensausgaben, organisiert von ganz normalen Bürgern, viele bieten Obdachlosen eine Unterkunft an. Das alles funktioniert über konfessionelle Grenzen hinweg. Auch die Spendenbereitschaft innerhalb der Bevölkerung ist sehr hoch.

Ohne internationale Hilfe wird es dennoch nicht gehen. Wie ist diese unter den schwierigen Bedingungen angelaufen?

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