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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2018
Himmlische Klänge
Musik als spirituelle Kraft der Religionen
Der Inhalt:

»Rettet mich!«

von Alexander Schwabe vom 10.08.2018
Im Mittelmeer ertrinken Tausende Flüchtlinge. Wer soll sie retten? Private Helfer oder Regierungen? Eine notwendige Debatte

Dieser Sommer ist heiß und manche Debatte hitzig. In den sozialen Netzwerken brannten bei manchem die Sicherungen durch, weil die Journalistin Mariam Lau in der Zeit Überlegungen darüber anstellte, ob private Retter im Mittelmeer das Flüchtlingsproblem vergrößerten, weil sie dadurch möglicherweise dem Schleusertum in die Hände spielten.

Mariam Lau, so viel darf unterstellt werden, ist keine Menschenverächterin und weit davon entfernt, die Position vieler AfD-Anhänger zu teilen, Flüchtlingen helfe man am besten gar nicht. Vielmehr versuchte sie klarzumachen, die Rettung von Flüchtlingen sei allein Aufgabe von Staaten, auch afrikanische Regime seien in die Pflicht zu nehmen. Wenn private Retter nicht eingriffen, werde das Schleppertum untergraben. Für ihren Artikel erntete sie, was man neudeutsch einen »Shitstorm« nennt: Beleidigungen und Drohungen.

Sobald das Wort »Flüchtling« ausgesprochen wird, kochen die Emotionen hoch. Wie viele Flüchtlinge verträgt das Land? Wie dicht müssen die Grenzen gemacht werden? Inwieweit muss Europa Menschen auf der Flucht helfen? Offenbar bietet das Thema eine große Projektionsfläche für diffuse Ängste. Die gesellschaftliche Verunsicherung ist so groß, dass eine bereits geschrumpfte Partei zu neuem Leben kam und bei der vergangenen Bundestagswahl mit 12,6 Prozent zur dritten politischen Kraft im Bundestag geworden ist.

Vielleicht hilft es, kühlen Kopf zu bewahren und ein paar ethische Grundsätze zu skizzieren, die für die Flüchtlingsproblematik relevant sind. Sie mögen polarisieren und manchen vor ein Dilemma stellen. Welche Handlungsentscheidungen in der Migrationsfrage auch immer die richtigen sind – ihre Vorgaben ergeben sich aus dem Spannungsfeld zwischen Gesinnungsethik und Verantwortungsethik, institutioneller Moral und persönlicher Moral, individueller Barmherzigkeit und staatlicher Fürsorgepflicht.

Nicht zu diskutieren sind Positionen der AfD und Gleichgesinnter. Wer wie Frauke Petry die Möglichkeit eines Schussbefehls an der Grenze auch nur in Erwägung zieht, wer wie Pegida-Demonstranten kürzlich in Dresden skandiert, Flüchtlinge sollten »absaufen«, wer wie Alexander Gauland über Hilfesuchende sagt, man dürfe sich von Kinderaugen nicht erpressen lassen, der befindet sich in einem Raum jenseits aller Humanität.

Seriös zu debattieren ist dagegen die F

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