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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2018
Himmlische Klänge
Musik als spirituelle Kraft der Religionen
Der Inhalt:

»Rettet mich!«

Im Mittelmeer ertrinken Tausende Flüchtlinge. Wer soll sie retten? Private Helfer oder Regierungen? Eine notwendige Debatte

Dieser Sommer ist heiß und manche Debatte hitzig. In den sozialen Netzwerken brannten bei manchem die Sicherungen durch, weil die Journalistin Mariam Lau in der Zeit Überlegungen darüber anstellte, ob private Retter im Mittelmeer das Flüchtlingsproblem vergrößerten, weil sie dadurch möglicherweise dem Schleusertum in die Hände spielten.

Mariam Lau, so viel darf unterstellt werden, ist keine Menschenverächterin und weit davon entfernt, die Position vieler AfD-Anhänger zu teilen, Flüchtlingen helfe man am besten gar nicht. Vielmehr versuchte sie klarzumachen, die Rettung von Flüchtlingen sei allein Aufgabe von Staaten, auch afrikanische Regime seien in die Pflicht zu nehmen. Wenn private Retter nicht eingriffen, werde das Schleppertum untergraben. Für ihren Artikel erntete sie, was man neudeutsch einen »Shitstorm« nennt: Beleidigungen und Drohungen.

Sobald das Wort »Flüchtling« ausgesprochen wird, kochen die Emotionen hoch. Wie viele Flüchtlinge verträgt das Land? Wie dicht müssen die Grenzen gemacht werden? Inwieweit muss Europa Menschen auf der Flucht helfen? Offenbar bietet das Thema eine große Projektionsfläche für diffuse Ängste. Die gesellschaftliche Verunsicherung ist so groß, dass eine bereits geschrumpfte Partei zu neuem Leben kam und bei der vergangenen Bundestagswahl mit 12,6 Prozent zur dritten politischen Kraft im Bundestag geworden ist.

Vielleicht hilft es, kühlen Kopf zu bewahren und ein paar ethische Grundsätze zu skizzieren, die für die Flüchtlingsproblematik relevant sind. Sie mögen polarisieren und manchen vor ein Dilemma stellen. Welche Handlungsentscheidungen in der Migrationsfrage auch immer die richtigen sind – ihre Vorgaben erge