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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2017
Was ist eine christliche Ehe?
Ein evangelisch-katholischer Disput
Der Inhalt:

Ein blaues Band für Deutschland

von Hans-Joachim Döring vom 11.08.2017

Zunächst die gute Nachricht: Die Flüsse in Europa sollen sauber werden. Brüssel beschloss dazu schon im Jahr 2000 eine europäische Wasserrahmenrichtlinie. Der Grundgedanke: Gewässer als wichtige Teile des Gesamtökosystems müssen ihre Regenerationsfähigkeit wiedererlangen und gegen Übernutzungen von Einzel- und Monopolinteressenten beschützt werden. Da die Einzugsgebiete vieler großer europäischer Flüsse wie Maas, Rhein, Elbe, Oder oder Donau über Staatsgrenzen hinausgehen, lag eine solche europäische Regelung nahe. Und dann die schlechte Meldung: eine Überprüfung der Einhaltung der Wasserrichtlinie vor zwei Jahren ergab, dass sie nur zu zehn Prozent umgesetzt wurde. Die aktuellen Zahlen der Bundestagsverwaltung von Juni 2017 weisen bei gezählten 9804 Gewässern in Deutschland mit 130 000 Kilometern Uferverlauf nur 765 Kilometer in gutem oder sehr gutem ökologischem Zustand aus. Was lässt da noch hoffen?

In den letzten zwanzig Jahren gab es – europaweit – eine bemerkenswerte Bewegung. Alle zieht es zum Fluss. Ob in den Städten oder beim Urlaub. Der Elbradweg ist der beliebteste Fernradweg Europas. Als Verkehrsadern haben etliche große Flüsse ihre Funktion verloren.

Unterhaltungsmaßnahmen für die Güterschifffahrt sind für den Steuerzahler enorm teuer. Große Güterschiffe brauchen zu viel Wasser. In Tiefe und Breite. Renaturierung ist preiswerter. Über kurz und lang. Wer das frühzeitig erkennt, ist einen Schritt voraus. An der Unteren Havel war man das. Andere Flusskonzepte können sich davon inspirieren lassen.

Im Januar 2017 wurde in Deutschland ein Gesamtkonzept Elbe von Bund und Ländern verabschiedet, und im Juni gab es einen Entschließungsantrag im Bundestag. Über 15 Monate hatten 14 Vertreter und Vertreterinnen der Hafenwirtschaft, der Umweltverbände, der Bundesbehörden und der Kirche intensiv gearbeitet und ein mühsam gezimmertes Konzept vorgelegt. Unter anderem wurde die Mindestfahrrinnentiefe von 1,60 auf 1,40 Meter reduziert. »Ein Ausbau zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse findet künftig nicht statt«, heißt es. Jetzt müssen Umweltverbände auf Umsetzung drängen.

Die Kirchen haben unter anderem stark für den Ausbau des Elbeseitenkanals plädiert. Über ihn laufen schon jetzt weit über neunzig Prozent des Güterverkehrs der Elbe nördlich Magdeburg. Eine konsequente Nutzung des Kanals würde die Elbe ökologisc

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