Ein blaues Band für Deutschland
Zunächst die gute Nachricht: Die Flüsse in Europa sollen sauber werden. Brüssel beschloss dazu schon im Jahr 2000 eine europäische Wasserrahmenrichtlinie. Der Grundgedanke: Gewässer als wichtige Teile des Gesamtökosystems müssen ihre Regenerationsfähigkeit wiedererlangen und gegen Übernutzungen von Einzel- und Monopolinteressenten beschützt werden. Da die Einzugsgebiete vieler großer europäischer Flüsse wie Maas, Rhein, Elbe, Oder oder Donau über Staatsgrenzen hinausgehen, lag eine solche europäische Regelung nahe. Und dann die schlechte Meldung: eine Überprüfung der Einhaltung der Wasserrichtlinie vor zwei Jahren ergab, dass sie nur zu zehn Prozent umgesetzt wurde. Die aktuellen Zahlen der Bundestagsverwaltung von Juni 2017 weisen bei gezählten 9804 Gewässern in Deutschland mit 130 000 Kilometern Uferverlauf nur 765 Kilometer in gutem oder sehr gutem ökologischem Zustand aus. Was lässt da noch hoffen?
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Der Autor ist Umweltbeauftragter der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
