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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2017
Was ist eine christliche Ehe?
Ein evangelisch-katholischer Disput
Der Inhalt:

Diesel statt Demokratie

Für die einen gelten Gesetze, für die anderen veranstaltet die Politik Gipfel

Das muss man auch erst mal können: Eine Regierung veranstaltet ein Gipfeltreffen mit Konzernchefs, um die Dieselkrise zu bewältigen. Und dann gibt es nur Verlierer – außer vielleicht den Konzernchefs.

Die wichtigsten Verlierer sind die Menschen in den Großstädten mit hoher Feinstaubbelastung. Sie leiden weiter unter Dieselfahrzeugen mit niedrigen Schadstoffklassen, denn diese erhalten keine Nachrüstung. Den Feinstaubopfern können jetzt nur noch Fahrverbote helfen.

Verlierer werden aber auch die Konzerne selbst sein. Unter dem Schutz der Politik und mit Zustimmung der Gewerkschaften konnten die Konzerne hohe Gewinne mit der Dieseltechnik erwirtschaften. Und sie taten dies mit allen Mitteln, weil die Politik einfach wegschaute. Doch langfristig wird sich das rächen. Denn gerade weil sich mit alter Technik so schön viel Geld verdienen lässt, hat die deutsche Autoindustrie neue Antriebstechniken vernachlässigt. So bieten sie kaum sparsame Benziner an. Abgasarme Hybridantriebe finden sich nur in der teuren Oberklasse. Bei Elektroautos verzeichnen die deutschen Konzerne die meisten Patente. Das Angebot beschränkt sich jedoch auf wenige Vorzeigewagen. So dürfte die deutsche Autoindustrie Marktanteile an fortschrittlichere Konkurrenten verlieren, zum Beispiel an die Japaner.

Der größte Verlierer dieses »Autogipfels« ist jedoch die Demokratie. Denn die Politiker von Union, SPD und auch von Bündnis 90/Die Grünen haben leider wieder bewiesen, was viele behaupten: dass sie in erster Linie der Wirtschaft folgen. Auch wenn diese betrügt, die Luft verdreckt oder Menschen krank macht. Das Gipfeltreffen lief nach dem Motto: Für die eine