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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2014
Papst Franziskus und seine Gegner
Der Inhalt:

Ab in die Krippe

Betreuungsgeld: Angeblich gehen zu wenig Kinder in die Kita – und die falschen

Es gibt ein neues Wort. Es heißt »Bildungsbeteiligung« und steht euphemistisch für den Kita-Besuch. Wenn Kinder – genauer gesagt: unter Dreijährige – von ihren Müttern oder Vätern gefüttert, gewickelt, begleitet und betreut werden statt von andern Menschen, dann wird ihnen angeblich ebendiese »Bildungsbeteiligung« vorenthalten; und man muss das anscheinend ganz, ganz schlimm finden.

Diese fehlende »Bildungsbeteiligung«, so konnte man gerade in vielen Zeitungen erfahren, sei deshalb so schädlich, weil ausgerechnet die weniger gebildeten Frauen – die vermutlich auch weniger verdienen und weniger interessante Jobs haben –, ihre Kinder lieber selber füttern, wickeln und trösten, als sie in die Krippe zu geben. Das schade der Chancengleichheit und verbaue den kleinen Zwackeln künftige Bildungserfolge, heißt es. Muss man das glauben?

Ja, es gibt eine eindrucksvolle und viel zitierte Studie, welche zeigt, dass institutionelle Frühförderung nachhaltig Gutes bewirken kann. Doch bei dem berühmten Perry Preschool Project wurden keine Krabbel-, sondern Vorschulkinder untersucht; sie wurden in winzigen Gruppen betreut, und die Erzieherinnen führten mit jedem Elternpaar jede Woche ein anderthalbstündiges Einzelgespräch. Wenn man das »Bildungsbeteiligung« nennen will – bitte.

Der Alltag in deutschen Krippen sieht anders aus. Dort muss eine Erzieherin bis zu sieben Kinder – vom Säugling bis zum Dreijährigen – wickeln und füttern und schlafen legen. Und wenn die Kollegin krank ist oder Urlaub hat, auch mal mehr.

Das muss kein Schaden sein. Robuste Kinder überstehen einiges, manches sogar mit Gewinn. Aber ein Kleinkind, das seine erste